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Mittwoch, den 03. Dezember 2008 um 10:38 Uhr
 
Bonkamp, Bernhard  (* Telgte / Münsterland  22. Dez 1871 1. Okt. 1949 Recklinghausen/ Ruhrgebiet)
                                                                        Priester, Prälat, Prof. Dr.theol. Päpstl. Geheimkämmerer

 

 

 

Kirchl. Druckerlaubnis
ausgestellt:
Freiburg im Breisgau

Die Psalmen
nach dem hebräischen Grundtext
übersetzt
mit einem Vorwort von Univ.-Prof. Dr. theol. et phil. A. Allgeier

Freiburg i. Br.: Verlag Wilhelm Visarius 1949

Imprimatur: Freiburg 1949

 

Wortstimme:
"Ein Gebet; von Moses, dem Manne Gottes.
Herr, eine Wohnstätte warst du für uns
von Geschlecht zu Geschlecht.
Bevor die Berge geboren wurden
und Erde und Festland ins Dasein traten,
von Ewigkeit bis zu Ewigkeit bist du, o Gott.
Du machst den Menschen wieder zu Staub
und sagst: "Kehret zurück, ihr Menschenknder!"
Denn tausend Jahre sind in deinen Augen
wie der gestrige Tag, der vorüberging,
wie eine Wache der Nacht."
(Ps.89: 1-4 V)
 
 
Zum Buch:
Bonkamp schrieb auf etwa 600 Seiten eine Überstetzung samt Kommentar zum alttestamentlichen Buch. Wie Allgeier im Vorwort bemerkt, ist hier einem Mangel an kritischen Arbeiten über den Grundtext abgeholfen. Als Schüler von Prof. Friedrich Delitzsch versucht der Verfasser durch die Anwendung philologischer Grundsätze Verständnis für die oft schwer zugänglichen Lieder zu gewinnen. Die Vulgata sowie die Septuaginta werden als unzureichend für die genaue Texterforschung angesehen. Somit ist der Grundtext der hebräischen Vorlage wiederherzustellen. Das versucht dieser Kommentar zu erreichen. Bonkamp schreibt also kein Buch zur Erbauung oder zur Predigtanleitung. Im Oktavband überwiegt denn auch der Kommentarbestand gegenüber der Übersetzung. In der philologisch orientierten Arbeit sind Konjekturen und Textumstellungen laufend erklärt. Die ungezeichnete und undatierte gut 40-seitige Enführung eröffnet hilfreich mit einer Aufzählung: "Neuere deutsche Übersetzungen nach dem Urtext".
 
 
Zur Person:
Bernhard Bonkamp war römisch- katholischer Geistlicher; er empfing am 21.3.1896 in Münster die Priesterweihe. Im Anschluss war er an verschiedenen Gymnasien (in Münster, Coesfeld, Gaesdonk, Recklinghausen) als Lehrer tätig. In seinem Totenzettel heißt es u. a. : "Dem Studium der alttestamentlichen Wissenschaften entstammen mehrere größere Werke." 1946 wurde er zum päpstlichen Geheimkämmerer ernannt. Bonkamp schrieb noch mind. zwei Werke mit biblischem Bezug: "Zur Evangelienfrage" (1909) und "Die Bibel im Licht der Keilschriftforschung" (1939). In letzgenannter Buchinformation wird bemerkt, daß Bonkamp ein Schüler von Friedrich Delitzsch war; somit studierte er interkonfessionell, nicht eben üblich für einen Katholiken jener Zeit!
 
 

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