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Buber / Rosenzweig PDF Drucken
Mittwoch, den 03. Dezember 2008 um 10:47 Uhr

Buber, Martin Mordechai HaLevi (*Wien 1878 1965 Jerusalem / Israel) Prof. Dr. h.c. 

Rosenzweig, Franz R. Levi ben R. Schmuel (* Kassel 1886 1929 Frankfurt a./ M.)  Morenu Dr. phil.

 

  "Aus der Bibliothek von" ....
  Mordechai HaLevi Buber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Entwurf zum Buch Ijob

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Gedenk-Tafel am Martin- Buber-
 Haus in Heppenheim/ Bergstr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Ich fürchte manchmal, die Deutschen werden diese allzu unchristliche Bibel nicht vertragen, und es wird die Übersetzung der heut ja von den neuen Marcioniten angestrebten Austreibung der Bibel aus der deutschen Kultur werden... Aber auf ein solches Golus Bowel [ babylonisches Exil, S.B. ] könnte ja dann nach 70 Jahren ein neuer Einzug folgen, und jedenfalls - das Ende ist nicht unsere Sache, aber der Anfang und das Anfangen."
(F. Rosenzweig 1925)
 
Martin Buber hatte bereits in den Jahren vor den ersten Weltkrieg daran gedacht, gemeinsam mit Freunden die Bibel neu zu übersetzen. Obwohl sich zu dieser Zeit weder ein christlicher noch jüdischer Übersetzer von der Lutherschen Vorgabe freizumachen imstande war, sahen Buber und seine jüdischen Gesprächspartner im Luthertext eher die Schönheit der Sprache als ihre Wahrheit, die doch von christlicher Theologie geprägt war. Der Krieg verhinderte zunächst die Ausführung dieses Plans. 1925 trat jedoch der (christliche) Verleger Lambert Scneider an Buber heran mit der Bitte, zum Auftakt seines neuen Verlagsprogramms eine Bibelübersetzung zu schaffen. Dieser fragte bei seinem inzwischen todkranken Freund Rosenzweig an, ob er ihm dabei helfen wolle. Die gemeinsame Arbeit begann zunächst als Versuch, die Luther- Bibel zu überarbeiten. Das erwies sich aber schnell als undurchführbar, weil Luther sich zu oft vom Urtext entfernt hatte. --
Salman Schocken, dessen Verlag die B-R Bibel ab 1931 druckte, beschied sie als »Gastgeschenk eines Juden an Deutschland«.

Zu den verschiedenen Bibelausgaben von Buber/ Rosenzweig bis heute:

Unter dem Titel "Die Schrift, zu verdeutschen unternommen
von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig",
erschienen von 1925 bis 1931 folgende Einzelausgaben in Berlin bei Lambert Schneider:

►Bd I: Das Buch Im Anfang. o.J. (1925)

Wortstimme:
"Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.
Und die Erde war Wirrnis und Wüste.
Finsternis allüber Abgrund.
Braus Gottes brütend allüber den Wassern.
Da sprach Gott: Licht werde! Und Licht ward.
Und Gott sah das Licht, daß es gut war.
So schied Gott zwischen dem Licht und der Finsternis.
Dem Licht rief Gott: Tag! und der Finsternis rief er: Nacht!
Abend ward und Morgen ward: Ein Tag."
(Kap. I)
 
►Bd. II: Das Buch Namen. o.J. (1926)

Wortstimme:
"Was ists um seinen Namen?
Was soll ich ihnen sagen?
Gott aber sprach zu Mosche:
Ich werde dasein, als der ich dasein werde.
Und sprach:
So sollst du zu den Söhnen Jißraels sprechen:
ICH BIN DA schickt mich zu euch.
Und weiter sprach Gott zu Mosche:
So sollst du zu den Söhnen Jißraels sprechen:
ER,
der Gott eurer Väter,
der Gott Abrahams, der Gott Jizchaks, der Gott Jaakobs,
schickt mich zu euch.
Das ist mein Name für ewig,
das ist mein Ruf für Geschlecht um Geschlecht."
(Kap. III)

►Bd.III: Das Buch Er Rief. o.J. (1926)

Wortstimme:
"Auch die Seele, die sich zuwendet den Elben
und den Wisserischen, ihnen nachzuhuren,
ich gebe mein Antlitz wider diese Seele,
ich rode ihn aus dem Innern seines Volkes.
Heiligt euch, daß ihr heilig werdet,
denn ICH bin euer Gott,
wahrt meine Satzungen,
tut sie,
ICH bins der euch heiligt."
(Kap. XX)

►Bd.IV: Das Buch In Der Wüste. o.J. (1927)

Wortstimme:
"So verordne
ER, Gott der Geister in allem Fleisch,
einen Mann über die Gemeinschaft,
der ausfahre vor ihnen,
der rückwende vor ihnen / der sie ausführe,
der sie rückwende,
daß nicht werde SEINE Gemeinschaft,
wie Schafe denen kein Hirte ist!
ER sprach zu Mosche:
Nimm dir
Jehoschua Sohn Nuns,
einen Mann in dem Geist ist,
und stemme deine Hand auf ihn:
stelle ihn vor Elasar den Priester und vor alle Gemeinschaft,
entbiete ihn vor ihren Augen
und gib von deinem Glanz auf ihn,
damit sie gehorchen, alle Gemeinschaft der Söhne Jißraels."
(Kap. XXVII)

►Bd.V: Das Buch Reden. Berlin: o.J.(1927)

Wortstimme:
"Keiner gleicht, Jeschurun, dem Gott,
der die Himmel befährt zu Hilfe dir,
zu seinem Siegaufschwung die Lüfte.
Schirmburg ist der Gott der Urzeit,
ringsunten er ewige Arme.
Er vertrieb dir vorm Antlitz den Feind,
er sprach: Vertilge!
So wohnte Jisrael sicher ein,
einsam der Quell Jaakobs,
...Glückzu Jißrael, dir !
Wer ist dir gleich,
Volk das befreit ward Durch IHN,
den Schild deiner Hilfe,
ihn der das Schwert deines Sieges ist! "
(Kap. XXXIII)

►Bd.VI: Das Buch Jehoschua. o.J. (1927)

Wortstimme:
"Bist du von uns oder von unseren Gegnern?
Er sprach: Nein
sondern als Heerfürst SEINER Schar bin ich jetzt gekommen.
Jehoschua fiel auf sein Antlitz zur Erde, er warf sich nieder
und sprach zu ihm:
Was will mein Herr zu seinem Knechte reden?
Der Heerfürst SEINER Schar sprach zu Jehoschua:
Streif deinen Schuh von deinem Fuß,
denn der Ort darauf du stehst, Geheiligtes ists.
Jehoschua tat es."
(Kap. V)
 
►Bd.VII: Das Buch Richter. o.J. (1927)

Wortstimme:
"Höret Könige
lauschet, Erlauchte,
Ich will IHM, ich, singen,
saitenspielen IHM,
Jisraels Gott.
DU, als du ausfuhrst von Sseir,
schrittest von Edoms Gefild,
bebte die Erde,
und die Himmel troffen
und die Wolken zertroffen von Wasser,
die Berge wankten vor IHM, -
ein Ssinai dieser vor IHM,
Jisraels Gott."
(Debora in Kap. V)

►Bd.VIII: Das Buch Schmuel. o.J. (1928)

Wortstimme:
"Channa betete,
sie sprach:
Auf wogt mein Herz bei DIR,
auf hebt sich mein Scheitel bei DIR,
weitauf tut sich mein Mund über meinen Feinden,
ja, ich freue mich deiner Befreiung.
Keiner ist heilig wie DU,
ja, keiner ist da ohne dich,
Keiner ein Felsen wie unser Gott."
( I Kap. 2)

 

►Bd.IX: Das Buch Könige. o.J. (1929)

Wortstimme:
„Und da
vorüberfahrend ER
ein Sturmbraus, groß und heftig,
Berge spellend, Felsen malmend,
her vor SEINEM Antlitz:
ER im Sturme nicht -
und nach dem Sturm ein Beben:
ER im Beben nicht - ,
und nach dem Beben ein Feuer:
ER im Feuer nicht - ,
aber nach dem Feuer / eine Stimme verschwebenden Schweigens.
Es geschah als Elijahu hörte:
er schmiegte sein Antlitz in sein Fell
und trat hinaus, stand am Einlaß der Höhle. Da, eine Stimme an ihn,
es sprach: / Was willst du hier, Elijahu?
Er sprach:
Eifrig geeifert habe ich für IHN, den Umscharten Gott, -
verlassen ja haben die Söhne Jißraels deinen Bund."
( I Kap. 19)

►Bd.X: Das Buch Jeschajahu. o.J. (1930)

Wortstimme:
"Der wird sprechen: Ich bin SEIN,
der sich auf Jaakobs Namen berufen,
der als seine Handmarke schreiben: IHM !
und sich auszeichnen mit Jissraels Namen.
So hat ER gesprochen, der König von Jißrael,
sein Löser, ER, der Umscharte:
Ich bin der Urfrühe,
ich bin der Letztspäte,
außer mir kein Gott.
Wer ist mir gleich?
er rufe aus,
ermelde es,
schichte es vor mich hin:
seit ich einsetzte urzeitliches Volk,
den Verlauf
und was kommen wird
mögen sie ihrethalben ermelden!"
(Kap. XLIV)
 
Dem Buch ist ein Blatt beigelegt mit folgender Botschaft:
FRANZ ROSENZWEIG ist am 10. Dezember 1929 gestorben. Er hat seine Bemerkungen zur Reinschrift dieses Bandes (die gemeinsame Arbeit vollzog sich so, daß er mir jeweils kritische Noten und Änderungsvorschläge zu den einzelnen Abschnitten meiner Manuskripte sandte) bis einschliesslich zum 44., die zur ersten Fassung bis einschliesslich zum 65. Kapitel aufzeichnen können. Der letzte Gedanke, dessen Äußerung er versuchte -- sie ist nicht über den Anfang hinausgelangt --, galt dem Sinn einiger Stücke dieses Buches, der Lieder vom Knecht Gottes. Martin Buber
 

►Bd.XI: Das Buch Jirmejahu. o.J. (1931)

Wortstimme:
"Wohlan, Tage kommen
- SEIN Erlauten -,
Da erstell ich dem David einen wahrhaften Sproß,
Der wird königlich Königschaft haben,
Ergreifen wird ers,
wird auf Erden Recht und Wahrhaftigkeit tun.
In seinen Tagen / ist Jehuda befreit,
wohnt Jißrael sicher.
Und dies ist sein Name
mit dem ER es ruft:
Unsre Bewährung."
(Kap. XXIII)

►Bd.XII: Das Buch Jecheskel. o.J. (1932)

Wortstimme:
"Dann erstelle ich über sie
einen einzigen Weidehirten, der sie weiden soll,
meinen Knecht Dawid,
der soll sie weiden
der soll ihnen zum Hirten werden.
Ich werde ihnen zum Gott,
mein Knecht Dawid Fürst ihnen inmitten,
ICH bins der geredet hat. "
(Kap. XXXIV)

1931 übernahm der Schocken Verlag das Buchprogramm von L. Schneider. Somit erschienen die nachfolgenden Bände in Berlin bei Schocken. Lambert Schneider (1900 - 1970), selbst kein Jude, war denn auch als erster Verlagsdirektor des Schocken Verlages tätig.

►Bd.XIII: Das Buch Der Zwölf. o.J. (1933)

Wortstimme:
"Vermelde uns doch,
du dessenthalben dieses Arge uns ward,
welches ist dein Geschäft?
und woher kommst du?
welches ist dein Land?
und von welchem Volk bist du?
Er sprach zu ihnen:
ich bin ein Ebräer,
Und IHN, den Gott des Himmels, fürchte ich,
Der das Meer und das Trockne gemacht hat.
Die Männer fürchteten sich, in einer großen Furcht."
(Jona Kap. I)

►Bd.XIV: Das Buch Der Preisungen. o.J. (1935)

Wortstimme:
"Ein Gebet Mosches, des Mannes Gottes.
Mein Herr,
du bist, du Hag uns gewesen
Im Geschlecht um Geschlecht.
Eh die Berge wurden geboren,
Erde kreißte und Welt,
von Zeiten her bis in Zeiten
Gottheit bist du.
Bis zum Mulm lässest den Menschen du kehren,
und du sprichst: Kehrt zurück, Adamskinder!
-- denn tausend Jahre sind dir in den Augen
wie der gestrige Tag, wenn er vorbeizog,
oder eine Wache in der Nacht. --"
(Kap. XC)

Ab 1. August 1937 musste auch Salman Schocken - als jüdischer Verleger - seinem Verlag den Zusatz "Jüdischer Verlag" beigeben:

►Bd.XV: Das Buch Gleichsprüche.
(ursprüngl. geplanter Titel: Das Buch der Gleichworte)
Berlin: Schocken Verlag. Jüdischer Buchverlag. o.J. (1938)
Beilage: Zur Verdeutschung der »Gleichsprüche«
 
Wortstimme:
"ER hat mich als Anfang seines Weges gestiftet,
Als vorderstes seiner Werke von je.
Von urher bin ich belehnt, von der Frühe
Von den Vorzeiten der Erde.
Als keine Fluten waren, entsprang ich,
als keine Quellen waren, die wasserschweren,
eh die Berge eingesenkt wurden,
vor den Hügeln entsprang ich."
(Kap. VIII)
 
Mindestens im XIV. Band erscheint jedoch auf der letzten Seite der Hinweis: Druck von Oscar Brandstetter (Abteilung Jakob Hegner) Leipzig. Weitere der ursprünglich auf 20 Bände ausgelegten Reihe erschienen in Berlin nicht, da Buber im Frühjahr '38 auswanderte; im Gepäck die Entwürfe für das Buch Ijob. Überdies wurde der Jüdische Buchverlag Schocken 1938 behördlich aufgelöst, so daß die restlichen Bände nicht mehr in Druck gehen konnten.
Die dreizehn Einzelbände waren im Oktav- Format hergestellt und in drei verschiedenen gebundenen Ausgaben lieferbar: eine preisgünstigere Variante (" Pappe":  M 3,50, später M 4,25) mit graubraunem Einband und schön gestalteter schwarzer Zierschrift; eine kostspieligere Variante ("Ballonleinen": M 5,25, später M 6.-), schwarz eingebunden mit goldenen Kapitalbuchstaben und gerundetem Buchrücken sowie einer Edition in Ganzpergament zum Preis von je M 10.-. Der Bibeltext ist fast durchweg kolometrisch angeordnet, was naturgemäß in hoher Seitenzahl resultiert. Der Schriftsatz ist Antiqua. Kaum eine andere Bibelausgabe lädt auf diese Weise besser zum lauten Lesen ein.
 
Die Titel der nicht mehr erschienenen Bände hätten lauten sollen:
Bd. XVI:   Das Buch Ijob
Bd. XVII:  Die fünf Rollen: Der Sang der Sänge. Das Buch Rut. Das Buch Wehe.
                Das Buch Kohelet. Das Buch Ester.
Bd. XVIII: Das Buch Danijel
Bd. XIX:   Das Buch Esra / Das Buch Nechemja
Bd. XX:    Denkwürdigkeiten der Tage
 
Die ersten 13 Titel erschienen 1934/35 in drei Bänden bei Schocken in Berlin SW 19 als sogennante "billige Neuausgabe" : Diese dicken gebundenen Ausgaben kosteten pro Band 8 Mark 50 in schwarzem Leinen und waren durchaus nicht "billig" in der Machart: Die Rückenbeschriftung war dunkelblau und rot unterlegt, darauf in goldenen Buchstaben der Titel, ebenfalls mit Goldumrandung.

Die Bände I bis V unter dem Titel: ►"Die Fünf Bücher der Weisung": Berlin o.J.
Die Bände VI bis IX unter dem Titel: ►"Künder- Bücher Der Geschichte". Berlin: o.J.
Die Bände X bis XIII unter dem Titel: ►"Künder-Bücher Der Kündung". Berlin: o.J.

Nach dem Tode Rosenzweigs erschien eine von Martin Buber allein herausgegebene Ausgabe der Bücher Moses:
 
"Die Fünf Bücher Der Weisung, neu bearbeitete Ausgabe".
" Im Auftrag der Großloge VIII U.O.B.B. (= Unabhängiger Orden der B'nei B'rith) im Sommer 1930 bei Jakob Hegner in Hellerau hergestellt ".
Berlin: Verlag Lambert Schneider o. J. (1930)
 
Diese gelangte nicht in den Buchhandel, sondern ist als sogenannte »Logenausgabe« bekannt:
 
Wortstimme zur „Logenausgabe:
"Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde
Und die Erde war Irrsal und Wirrsal.
Finsternis über Urwirbels Antlitz.
Braus Gottes spreitend über dem Antlitz der Wasser.
Da sprach Gott: Licht werde! Und Licht ward.
Und Gott sah das Licht, daß es gut war.
Und Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis.
Gott rief dem Licht: Tag! und der Finsternis rief er: Nacht!
Abend ward und Morgen ward: Ein Tag."
(Im Anfang 1)
 
In dieser Logenausgabe war ein Beiblatt mit Berichtigungen sowie nachstehend abgedruckter Information eingelegt:
Für diese Neubearbeitung habe ich Franz Rosenzweigs Notizen zu Verbesserungen im ersten Buch und in einem Teil des zweiten verwerten können. Wir hatten schon seit Jahren an eine verbesserte einbändige Neuausgabe der »Fünf Bücher der Weisung« gedacht. Daß ihr durch die Organisation des Ordens Bne Brith eine so große Verbreitung innerhalb der deutschen Judenheit in Aussicht gestellt wurde, ist in den letzten Lebensmonaten Rosenzweigs eine seiner Freuden und Stärkungen gewesen. Er hatte vor, im Winter und Frühjahr 1930 mit mir an der Neuausgabe zu arbeiten. Nun habe ich die Arbeit ohne ihn ausführen müssen. Und doch nicht ohne ihn; denn ich würde nach seinem Tod unsre Verdeutschung der Schrift nicht fortzusetzten vermocht haben, hätte ich damals nicht seine Sprachgewissen, wie es mir unsrer Werkgemeinschaft gegenwärtig geworden war, in mein eignes aufgenommen, darin es seither lebt und wirkt. Martin Buber
Der in schwarzem Leinen hergestellte Oktavband ist in beträchtlich kleinerer Schrift (Antiqua) gesetzt als die Erstausgabe und umfaßt einschliesslich Inhaltsverzeichnis 654 Seiten. Das Rückenschild liest den Titel in blau unterlegter Goldprägung. Ein Vor- oder Nachwort ist nicht abgedruckt, jedoch oben beschriebenes Beiblatt sowie ein Werbeblatt mit weiteren Publikationsanzeigen des Verlages mitgegeben.

Weiterhin erschienen vor der Emigration Bubers nach Eretz Israel :

Die Troestung Israels
Aus Jeschajahu, Kapitel 40 bis 55  (hebr. / dt.)
Mit der Verdeutschung von Martin Buber und Franz Rosenzweig
Berlin: Schocken Verlag 1933
Bücherei des Schocken Verlags / 1
 
Wortstimme:
"Der wird sprechen: Ich bin SEIN,
der sich auf Jaakobs Namen berufen,
der als seine Handmarke schreiben: IHM !
und sich auszeichnen mit Jißraels Namen.
So spricht ER, Jißraels König,
sein Löser, ER, der Umscharte:
Ich bin der Urfrühe,
ich bin der Letztspäte,
außer mir kein Gott.
Wer ist mir leich?
er rfe aus,
er melde es,
schichte es vor mich hin:
seit ich einsetzte urzeitliches Volk,
den Verlauf
und was kommen wird
mögen sie ihrethalben ermelden!"
(Kap. XLIV)
 
Zu den Bücherei Bänden Nr. 1 (und 51):
Alle diese Bände sind in Oktav hergestellt, gebunden und fadengeheftet. Der Schriftsatz in Antiqua wurde nicht aus der Reihe (o. g.) übenommen, sondern in etwas kleinerer aber sehr lesbarer Schrift neu gestaltet. Der Bibeltext aus diesem Bd. 1 hat also pro Seite etwa ¼ mehr Umfang. Die jeweils rechte Hälfte einer Doppelseite wird vom hebräischen Text, kolometrisch gedruckt, eingenommen. Die je linke Seite bringt die deutsche Übersetzung. Es verwundert, daß Buber diese Üs nur drei Jahre nach dem ersten Erscheinen nochmals leicht überarbeitet hat. Ob es mit dem Tod Rosenzweigs zu tun hat, ist eine spekulative Annahme. Die WS, die hier den gleichen Abschnitt noch einmal (revidiert) vorbringt, zeigt die kleinen Unterschiede. Eine bestimmte Stelle im Text zu finden, ist recht schwierig, da hier auf Kapitel- und Versangaben völlig verzichtet wurde. Auch ein Vor- oder Nachwort hatten die Herausgeber nicht vorgesehen. Innerhalb der ausgewählten Abschnitte sind Kap. 40: 12- 26; 41: 21- 29; 44: 9- 20 sowie die Kap. 46 und 47 nicht übersetzt.
 
 
 
"Aus Tiefen rufe ich Dich."
23 Psalmen in der Urschrift mit der Verdeutschung von Martin Buber
(hebr./deutsch)
Berlin: Im Schocken Verlag 1936
Bücherei des Schocken Verlags  / 51
 
Wortstimme:
"Des Chormeisters,
ein Eingebungslied der Korachsöhne
Wie die Hinde röhrt / am Wasserbetten,
So röhrt meine Seele,
zu dir, Gott.
Meine Seele dürstet
nach Gott, nach der lebenden Gottheit:
wann darf ich kommen,
mich sehen lassen vor Gottes Antlitz?"
(Psalm 42)
 
Martin Buber schrieb hierzu ungenannt ein dreiseitiges Vorwort, das leider auch ort- und datumslos ist.

Zu den beiden Titeln aus der Schocken Bücherei:
1933 erhielt der Schocken Verlag mit der Einführung der enorm beliebten »Bücherei des Schocken Verlags« ein neues Profil. Unter der Leitung von Lambert Schneider
und Moritz Spitzer (der die Schule der jüdischen Jugend in Berlin geleitet hatte) erschien in dieser Reihe eine Fülle von jüdischer Literatur in erschwinglichen Taschenbuchausgaben. Nach dem Vorbild der vielgelesenen Insel - Bücherei (siehe z. B. unten: Buch Ijob) erschien die Schocken Bücherei in monatlichen Lieferungen, wie eine Zeitschrift. Nach den ursprünglichen Plänen sollten monatlich zwei Bände --zum Preis von je 1, 25 Mark -- erschienen. Dieses ehrgeizige Zel war zwar während der gesamten Erscheinungszeit nicht zu verwirklichen, doch wurden zwischen 1933 und 1938 zweiundneunzig Bände in verschiedenfarbigen Einbänden vorgelegt, die den deutschen Juden eine reiche Auswahl an jüdischer Literatur, Philosophie und Religion boten. Der oben genannte Band "Die Tröstung Israels" war der erste  in der neuen Reihe. Angesichts der sich abzeichnenden Trägödie gewannen diese Klagen aus dem Buch Jeschaiahu über die Zerstörung des ersten Tempels für deutsche Juden eine neue Bedeutung. Der Bd. 2 von 1933 bringt unter dem Titel  Zionslieder Auszüge aus den Hymnen und Gedichten von Jehuda Halevi, übertragen von F. Rosenzweig (siehe unten!). Die beiden letzten Bände, 1938 erschienen, tragen die Titel "Gottes Gesalbter. Der Messias und die messianische Zeit in Talmud und Midrasch" (von Moritz Zobel, Bd. 90 / 91) und "Briefe" (von Hermann Cohen, Bd. 92). Hier auf dieser Seite ist bereits beschrieben der Bd. 87 Das Evangelium (von Leo >Baeck). Später wird noch auf den Bd. 40 (von G. Scholem) einzugehen sein.
 
In den fünfziger Jahren erschien die vervollständigte " Schrift " verdeutscht von M. Buber und F. Rosenzweig im Summa-Verlag von Jakob Hegner, Olten (Solothurn).
 
►Bd.1: Die Fünf Bücher Der Weisung".
Neu bearbeitete Ausgabe.
Köln und Olten: verlegt bei Jakob Hegner 1954.
 
Beilage: Zu einer neuen Verdeutschung der Schrift
Köln und Olten: bei Jakob Hegner MCMLIV (44 Seiten)

Wortstimme:
„Keiner gleicht, Jeschurun, dem Gottherrn,
 der die Himmel befährt zu Hilfe dir,
 in seiner Hoheit die Lüfte.
 Schirmburg ist der Gott des Ursprungs,
 ringsunten er ewige Arme.
 Er vertrieb dir vorm Antlitz den Feind,
 Er sprach: Vertilge!
 So wohnt Jissrael sich ein,
 einsam der Quell Jaakobs,...
 Glückzu, Jissrael, dir !
 Wer ist dir gleich,
 Volk, das befreit ward durch IHN,
 Den Schild deiner Hilfe,
ihn, der das Schwert deiner Hoheit ist. "
(Buch Reden 33)


►Bd.2: Bücher der Geschichte.
Neu bearbeitete Ausgabe. wie oben, 1956.

Wortstimme:
"Bist du von uns oder von unseren Gegnern?
 Er sprach:
 Nein,
 Sondern als ein Obrer SEINES Heers bin ich jetzt gekommen.
 Jehoschua fiel auf sein Antlitz zur Erde, er warf sich nieder
 Und sprach zu ihm:
 Was will mein Herr zu seinem Knechte reden?
 Der Obre SEINES Heeres aber sprach zu Jehoschua:
 Streife deinen Schuh von deinem Fuß,
 Denn der Ort, darauf du stehst, Geheiligtes ists.
Jehoschua tat es.“
(Jehoschua 5)

►Bd.3: Bücher der Kündung.
Neu bearbeitete Ausgabe. wie oben, 1958


Wortstimme:
"Denn viele Tage werden sitzen die Söhne Jissraels
 ohne König und ohne Fürst,
 ohne Schlachtopfer und ohne Standmal
 ohne Losungsumschurz und Wuschlarven.
 Danach werden umkehren die Söhne Jissraels
 und suchen IHN, ihren Gott,
 und Dawid, ihren König
 und hinbeben zu IHM
 und zu seiner Güte
in der Späte der Tage."
(Hoschea 3)


Von Martin Buber (allein):
►Bd.4: Die Schriftwerke.
Neu bearbeitete Ausgabe.
wie oben, 1962.
Beilage: Zur Verdeutschung des letzten Bandes der Schrift
(26 Seiten)

Wortstimme:
"Alles hat er schön zu seiner Frist dargetan,
 auch die Weltdauer hat er ihnen ins Herz gegeben,
 nur daß der Mensch das Tun, das Gott tut,
 vom Anbeginn bis zum Ausgang nicht findet.
 Ich habe zwar erkannt, daß unter ihnen kein Gut ist
 als sich zu freuen und gutzutun in seinem Leben,
 aber auch alljedem Menschen:
 daß er ißt und trint und Gutes besieht in all seinem Mühn,
eine Gabe Gottes ists."
(Versammler 3)
 
Zum vierbändigen Gesamtwerk:
Diese schwarzen Leinenbände mit goldener Rückenprägung gehören sicherlich zum Feinsten, was in der Nachkriegzeit an Bibelübersetzungen im deutschsprachigem Raum entstand: In Keinoktav hergestellt, Auf Dünndruckpapier gedruckt, fadengeheftet und mit beigem Schutzumschlag versehen. Der Bibeltext ist ohne alle Beigaben kolometrisch gesetzt, daraus resultieren naturgemäß hohe Seitenzahlen, nämlich zwischen 520 und 780 je Band. Am Kopf der Seite ist zum Auffinden von bestimmten Stellen eine Kapitel- und Verszusammenfassung abgegeben. Aus der Umschlagrückseite sei Folgendes zitiert: "Hier ist zum erstenmal unternommen worden, die hebräische Bibel nicht bloß ihrem Wortlaut, sondern auch ihren erkennbaren Ausdrucksabsichten nach wiederzugeben. So ist ein Übersetzungswerk sui generis entstanden, das den an Luther oder Allioli erzogenen Leser zuerst befremden mag, weil es dem ihm Geläufigen so nachdrückilich abweicht: dann aber, wenn er erst das hier Intendierte verstehen gelernt hat, dürfte es ihm zu tieferer Verbindung mit dem autentischen Wort der »Schrift« verhelfen."
 
Separatdruck:
Das Buch der Preisungen.
wie oben, o.J. (1958)
Beilage: Zur Verdeutschung der Preisungen
wie oben: MCMLVIII
(9 Seiten)

►Die "Preisungen" erschienen auch als Taschenbuch unter identischem Titel:
Frankfurt/M und Hamburg: Fischer Bücherei. Februar 1962 TB427
Die oben genannte Beilage ist hier mitgebunden.

Wortstimme:
"Des Chormeisters,
 ein Harfenlied Dawids.
 
 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes,
 
 die Tat seiner Hände meldet das Gewölb:
 
 Sprache sprudelt Tag dem Tag zu,
 
 Kunde zeigt Nacht der Nacht an,
 
 kein Sprechen ists, keine Rede,
 
 unhörbar bleibt ihre Stimme,
 über alles Erdreich fährt ihr Schwall,
 an das Ende der Welt ihr Geraun.
Dem Sonnenball setzte ein Zelt er an ihnen."
(Preisung 19)


Als Sonderausgabe erschien:
Die Fünf Bücher Der Weisung
Fünf Bücher des Moses

Köln und Olten (Solothurn): Verlag Jakob Hegner.
Aus der Reihe "Die Bücher der Neunzehn, Band 159, März 1968".
Dritte verbesserte Auflage der neubearbeiteten Ausgabe.

Wortstimme:
"Was ists um seinen Namen? -
 was spreche ich dann zu ihnen?
 Gott sprach zu Mosche:
 Ich werde dasein, als der ich dasein werde.
 Und er sprach:
 So sollst du zu den Söhnen Jissraels sprechen:
 ICH BIN DA schickt mich zu euch.
 Und weiter sprach Gott zu Mosche:
 So sollst du zu den Söhnen Jissraels sprechen:
 ER,
 der Gott eurer Väter,
 der Gott Abrahams, der Gott Jizchaks, der Gott Jaakobs,
 schickt mich zu euch.
 Das ist mein Name in Weltzeit,
das mein Gedenken, Geschlecht für Geschlecht.“
(Buch Namen 3)
 
»Die Bücher der Neunzehn war ein in den 1950er- bis 1970er-Jahren von 19 deutschen Verlagen durchgeführtes Gemeinschaftsprojekt zur Herausgabe einer Buchreihe von anspruchsvollen Büchern bedeutender Philosophen und Schriftsteller in guter Ausstattungsqualität zu sehr günstigen Preisen.« (Zitat aus Wikipedia)

Weiterer Separatdruck:
Das Buch Ijob
verdeutscht
Frankfurt am Main: Im Insel Verlag 1965. 1. – 6. Tsd.
Insel- Bücherei Nr. 846. ( Unveränderter Abdruck aus der Hegnerschen Ausgabe)


Wortstimme:
"Willst du Gottes Urgrund finden,
 oder hinfinden bis zur Vollendung des Gewaltigen?
 Himmelshöhn – was wirkst du?
 Tiefer als das Gruftreich – was kennst du?
 Länger als die Erde an Maß
 und breiter als das Meer!
 Fährt einher er, setzt gefangen, versammelt,
wer wollte ihn umkehren machen!“
(Kap. 11)

Anm.:
Der Hegnersche Satz ist hier mit vergrößerter Schrift übernommen. Im Gegensatz zur Originalausgabe ist hier aber auf Kapitel und Vershinweise gänzlich verzichtet worden. Das macht das Auffinden von bestimmten Stellen schwierig.
 
 
Weiterhin war erschienen:
Recht und Unrecht. Deutung einiger Psalmen.
Basel: Sammlung Klosterberg, Europäische Reihe. Verlag Benno Schwabe & Co.1952.
 
Enthält die Übersetzungen und Deutungen von Ps.1- 12- 14- 73- 82.
(Diese Übersetzung ist nicht genau identisch mit der aus 1936 bzw.1958.)

Wortstimme:
"Oh das Glück des Mannes,
 der im Frevlerrat nicht ging,
 nicht beschritt den Sünderweg,
 nicht saß an dem Dreistensitz,
 sondern Lust hat an SEINER Weisung,
über seiner Weisung murmelt tages und nachts!
 Der wird sein
 wie ein Baum an Wassergräben verpflanzt,
 der zu seiner Zeit gibt seine Frucht,
 und sein Laub welkt nicht:
was alles er tut, das gelingt."
(Psalm 1)
 
Zum Buch:
Ein vierseitiges Vorwort schrieb Buber zur Einleitung. Darin bemerkt er am Schluß, daß die Psalmenübertragungen der beim Summa - Verlag vorbereiteten revidierten Neuausgabe seiner Schriftverdeutschung entnommen sei. Dieses Büchlein der Sammlung Klosterberg ist, was die äußerliche Aufmachung betrifft, nahezu identisch zu denen der Schocken Bücherei der Jahre 1933 bis 39, sogar das Frontschild ist angeglichen. Zusätzlich ist allerdings ein Schutzumschlag vorhanden.
 

"Die Schrift" ging 1976 wieder in den Lambert Schneider Verlag, Heidelberg über, "gründlich durchgesehen und verbessert sowie die letzten Änderungen Bubers enthaltend". Buchblock und -größe sowie der Schriftsatz sind identisch zur Hegnerschen Ausgabe. Lediglich die Einbände sowie Schutzumschläge sind anders gestaltet.

Die Schrift
Bd.1 Die fünf Bücher der Weisung.

Heidelberg: Verlag Lambert Schneider 1987
11. verbesserte der neubearbeiteten Auflage von 1954
Beilage: Zu einer neuen Verdeutschung der Schrift


Wortstimme:
"Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.
Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal.
Finsternis über Urwirbels Antlitz
Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser.
Gott sprach: Licht werde! Licht ward.
Gott sah das Licht: daß es gut ist."
(Im Anfang 1)
 

►Bd.2 Bücher der Geschichte.
Heidelberg: wie oben 1985
8. Auflage der neubearbeiteten Ausgabe von 1955



Wortstimme:
Dies ist Dawids letzte Rede:
Erlauten Dawids des Sohnes Jischais,
 Erlauten des Wehrlichen, hochhin gestellt,
 Gesalbten des Gottes Jaakobs,
 Gefreundet dem Liederspiel Jissraels:
 Geistbraus von IHM her redet in mir,
 Sein Raunen ist auf meiner Zunge,
 der Gott Jissraels spricht:
 Mir ist -
 der Fels Jissraels redet -
 ein Walter über Menschheit, bewährt,
 ein Walter in Gottes Furcht,
 und wie Morgenlicht strahlt er auf,
 Sonne er eines Morgens,
 Da vor Glanze nicht Nebeldunst blieb
 Vom Regen her
 treibt Gras auf der Erde. "
(Schmuel II, 2

►Bd.3 Bücher der Kündung.
Heidelberg: wie oben 1985
8. Auflage der neubearbeiteten Ausgabe von 1958.


Wortstimme:
"Auf dem Berg Zion aber
wird ein Entrinnen sein,
 ein Ausgeheiligtes ist er geworden.
 Seine Erbteile erbt das Haus Jaakobs neu.
 Das Haus Jaakobs wird ein Feuer,
 Das Haus Jossefs eine Flamme
 und das Haus Essaws zu Stoppeln,
             jene zünden drein, sie verzehrens,
 dem Haus Essaws bleibt nicht ein Bewahrtes,
 denn ER ists, der geredet hat."
(Obadja)
 
 
►Bd.4 Die Schriftwerke.
Heidelberg: wie oben 1986.
6. Auflage der neubearbeiteten Ausgabe von 1962.
Beilage: Zur Verdeutschung des letzten Bandes der Schrift
(26 Seiten)


Wortstimme:
"Haman sprach zum König Achaschwerosch:
Es gibt ein einziges Volk,
Verstreut und versprengt unter den Völkern, in allen Gauen deines Königreichs,
dessen Fug verschieden ist von dem alles Volks
und nach den Verfügungen des Königs tun sie nicht,
und es ziemt dem König nicht, sie gewähren zu lassen.
Dünkts den König gut,
werde geschrieben, man solle sie schwenden."
(Ester 3)
 
Anm.:
Neben der vierbändigen Gesamtausgabe (die Paperbackausgabe der Deutschen Bibelgesellschaft ist eine Lizenzausgabe von L. Schneider) gab es u.a. noch folgende Einzel- bzw. Sonderausgaben:
Das Buch der Preisungen.
Heidelberg: Lambert Schneider 1982.
9. durchgesehene Auflage der neubearbeiteten Ausgabe von 1958.
Beilage: Zur Verdeutschung der Preisungen

Wortstimme:
"Des Chormeisters, nach der Kelterweise,
 
 ein Harfenlied Dawids.
 
 DU, unser Herr,
 
 wie herrlich ist dein Name
 
in allem Erdreich!
 
 Du, dessen Hehre der Wettgesang gilt
 
 über den Himmel hin,
 
 aus der Kinder, der Säuglinge Mund
 
 hast du eine Macht gegründet,
 
 um deiner Bedränger willen,
zu verabschieden Feind und Rachgierigen."
(Preisung 8)
 
Das Buch der Preisungen.
Wuppertal: R.Brockhaus Verlag 1977. Brockhaus TB241
1.Taschenbuchauflage nach der 8., durchgesehenen Aufl.der neubearbeiteten Ausgabe von 1958.
Beilage: Zur Verdeutschung der Preisungen
 
Immer nur Du. Aus den Preisungen Dawids verdeutscht von Martin Buber
Aquarelle aus Israel von Andreas Felger.
Hünfelden: Präsenz Verlag Gnadenthal 1989.2.Aufl.1990.
Nach der 9.,durchgesehenen Aufl.der neubearbeiteten Ausgabe von 1958.
(Enthält die Pss. 1-18-20-29-33-66-100-103-106-118-121-122-123-139-142)
 
Um den Morgen ists Jubel. Aus den Preisungen Dawids verdeutscht von Martin Buber
Aquarelle von Andreas Felger. Mit einem Geleitwort von Albrecht Goes.
Hünfelden: Präsenz Verlag Gnadenthal.1994.
Nach der 10.durchgesehenen Aufl.der neubearbeiteten Ausgabe von 1958.
(Enthält die Pss.16-30-34-68-84-90-91-92-107-108-111-113-115-124-138-150)
 
Die Tochter. Von Eugen Rosenstock-Huessy. (*Berlin 1888 + 1973 Norwich, VT)
Das Buch Rut verdeutscht von Martin Buber
Herausgegeben und kommentiert von Bas Leenman.
Mössingen -Talheim: Talheimer Verlag 1988. Reihe ttg Bd.2
Bibeltext aus "Die Schriftwerke". 6.Aufl. der neubearbeiteten Ausgabe von 1962. Heidelberg 1986

Wortstimme:
"Boas entgegnete, er sprach zu ihr:
Gemeldet wards mir, gemeldet
alles, was du an deiner Schwiegermuter tatest
nach dem Tode deines Mannes,
daß du deinen Vater und deine Mutter und dein Geburtsland verließest
und du gingst zu einem Volk, das du gestern und ehedem nicht kanntest.
Vergelte ER dir dein Werk
und dir werde gültiger Lohn
Von IHM, dem Gott Jissraels,
Unter dessen Flügeln dich zu bergen du kamst!"
(Rut 2)
 
Zum Buch:
Im ersten Teil dieses Buches ist Bubers Übersetzung des Buches "Ruth" abgedruckt, mit einigen eingängigen Kommentaren von B. Leenman.
Im zweiten Teil des insgesamt 46 Seiten starken Werkes ist ein Kapitel aus dem 1920 erschienenen Buches «Die Hochzeit des Krieges und der Revolution» beigegeben, das, wie im Vorwort dazu vermerkt, "geschrieben in der Not und aus der Not jener Nachkriegsjahre". Leenman und Rosenstock- Huessy hatten die Herausgabe dieses Buches auf einer Zugfahrt von Heidelberg nach Köln besprochen. Leenmann sollte es aber erst nach dem Tod des Bekannten edieren, was dann auch posthum geschah: im Jahr des 100. Geburtstages von Rosenstock - Huessy.




Die Schrift
Bd.1 Die fünf Bücher der Weisung.

Gerlingen: Lambert Schneider im Bleicher Verlag 1997. Neuausgabe
12. verbesserte der neubearbeiteten Auflage von 1954
Beigedruckt: Zu einer neuen Verdeutschung der Schrift
 
►Bd.2 Bücher der Geschichte.
Gerlingen: wie oben 1997. Neuausgabe
10. verbesserte Auflage der neubearbeiteten Ausgabe von 1955
 
►Bd.3 Bücher der Kündung.
Gerlingen: wie oben 1997. Neuausgabe
10. verbesserte Auflage der neubearbeiteten Ausgabe von 1958.
 
►Bd.4 Die Schriftwerke.
Gerlingen: wie oben 1997. Neuausgabe
8. verbesserte Auflage der neubearbeiteten Ausg. von 1962.
Beigedruckt: Zur Verdeutschung des letzten Bandes der Schrift
 
Anmerkung:
Das Buchformat wurde in dieser bisher neuesten und wahrscheinlich endgültigen vierbändigen Ausgabe (Stand: Anfang 2009) auf 8°- Format vergrößert. Letzte Auslassungen der vorherigen Auflage wurden nachgetragen sowie durchgängig Verszahlen eingefügt. Der Beginn der Wochenabschnitte der Tora ist durch Halbfett-Druck kenntlich gemacht. Die vier Bände sind in einem Schuber geliefert und mit Schutzumschlägen versehen.

Ein-Band-Ausgabe:
Die Schrift, verdeutscht... mit Bildern von Marc Chagall.
Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus. 2007
 
Zur Schmuckbibel:
"Die vorliegende Neuausgabe der Schrift erscheint in einer repräsentativen Schmuckausstattung mit Schuber und ist mit Bildern von Marc Chagall ausgestattet. Zudem enthält sie eine CD mit einer historischen Aufnahme aus dem Jahr 1958, auf der Martin Buber aus der Schrift liest." (Aus dem Werbeprospekt)
Das im Quart- Format hergestellte recht schwere Buch bringt den Bibeltext in zwei (!) Spalten pro Seite. Der kolometrische Satz der letzten Ausgabe ist unverändert beibehalten. Die nun beträchtlich vergrößerten Seiten enthalten jedoch eine umfangreichere Versanzahl.
 
Eine Bearbeitung der Buberschen Psalmenübersetzung hat der Katholik Heinz Pangels vorgenommen:
Diese Arbeit wird unter >Pangels näher beschrieben.
 
►Psalmenübertragung
nach meinem heutigen Sprachverständnis
nach der Verdeutschung von
Martin Buber
Königswinter / Rhein - Sieg (Internet): www.heinzpangels.de  8/ 2006
 
 
 
Zur Übersetzung:
"Martin Buber hat zusammen mit Franz Rosenzweig der deutschen Sprache das edelste Geschenk gemacht, eine Neuübersetzung des Alten Testaments. Diese deutsche Bibel ist eine der höchsten Leistungen der deutschen Sprache in unserer Zeit." (Hermann Hesse)
"Inzwischen... ist Ihr Werk durch mehr als den Schmelztiegel der Kritik gegengen. Es hat sich als historische Leistung bewährt... Und der stärkste, hartnäckigste und entschlossenste Kritiker Ihres Werkes waren Sie selbst, der Künstler, der Sprachmeister und der homo religiosus, der unablässig um die Genauigkeit und Ausdrucksfülle rang, der Ihren Intentionen allein entsprechen konnte. Sie machen dem Leser nichts vor und schenken ihm nichts. Nirgends haben Sie geglättet, nirgends haben Sie gefällig gemacht. Ja, im Gegenteil: Sie haben ein besonderes Ohr dafür gehabt, wo auch im scheinbar problemlosen Fluß... die Klippen und Schwierigkeit stecken. ich hätte fast gesagt: Sie haben den Text aufgerauht, um ihn so desto unmittelbarer an den von solcher Rede betroffenen Leser heranzubringen.... Kein Füllwort, keine Übergänge, wo das Hebräische keine kennt, keine Firlefanzereien mit dem Erhabenen, wo es in seiner eigenen Größe und Grobheit dasteht.... In dieser Genauiglkeit, die sich nichts vorzumachen sucht, liegt auch ein weiterer Segen Ihres Werkes. Ihre Übersetzung ist nämlich nicht nur Übersetzung, sie ist, ohne doch ein Wort der Erklärung als solches hinzuzufügen, auch ein Kommentar." (Gershom Scholem 1961)
Das Verstehen der Bibelsprache, die von B. / R. dem Leser nahegebracht wird, erfordert eine umfangreiche Kenntnis der deutschen Sprache! Nachdem der ursprüngliche Versuch, die Luther- Bibel jüdisch zu revidieren, gründlich fehlgeschlagen war, (Buber berichtet: "Nach einem Tag Arbeit standen wir vor einem Trümmerhaufen...") entwarf Buber eine Verdeutschung des gleichen Textes nach seiner Auffassung. Rosenzweig kommentierte nach der ersten Lektüre, "die Patina sei weg, dafür sei der Text blank wie neu und das sei auch etwas wert." Erklärtes Ziel war nun, daß man am übertragenen Text das "Gesprochensein" des Urtextes erkennen müsse. Speziell im Pentateuch verwenden B./ R. das Strukturprinzip der "Leitworte". "Leitworte" nennt Buber solche, die zwei oder mehr biblische Textstellen, sei es im gleichen Abschnitt oder in verschiedenen Abschnitten oder Büchern, aufeinander beziehen. Die Anwendung des nun als « gehört » gelesenen Grundleitworts auf sein wiederholtes Vorkommen im Text öffnet diesen für das Verständnis auf ganz neue Art und Weise. Buber schreibt in seinem grundlegenden Werk "Die Schrift und ihre Verdeutschung" ein eigenes Kapitel, in dem er das Leitwort- Thema ausführlich erklärt und begründet.
Neue, bis dahin nicht gegangene Wege nehmen B. / R. auch in der Übertragung des Tetragramm. Dieses Vierzeichen wurde und wird jüdischerseits häufig mit dem Begriff "Der Ewige" wiedergegeben. Moses Mendessohn darf als der erste Übersetzer gelten, der dies auf Deutsch zu uns brachte. Entnommen hat er es höchstwahrscheinlich der Übersetzung Calvins, der den Gottesnamens «aiônos» aus der LXX mit «l' eternél» übertrug. In der "Schrift" nun steht völlig unvermittelt in Großbuchstaben das Personalpronomen in seinen vielfältigen Erscheinungen: ICH, DU, ER etc., "ein schöpferischer Kompromiß zwischen der überlieferten Scheu der Juden, den Namen Gottes auszusprechen, und der Verpflichtung, das biblische Wort lesbar, d.h. hörbar zu machen." (So Gershom Scholem in: Judaica I) . So wird also bei der Übersetzung nicht das entfernte "Ewigsein" in den Vordergrund gerückt, sondern das "Gegenwärtigsein, das Für- euch und Bei -euch- dasein", begründet Rosenzweig. Um die ursprüngliche Gesprochenheit des Textes vor Augen zu führen, wird dieser bei der Übertragung und Drucklegung in so genannte Kola (kolon, pl. kola gr.: Abschnitt, Sprecheinschnitt) gegliedert, sinngemäß geschlossenen Sprechabsätze, deren Rhythmus von den Gesetzen des menschlichen Atmens bestimmt ist. (Das ist auch beim Übertragen in die WS so geschehen).
Wenn der hebräische Urtext mit einem Gebirgsmassiv vergleichbar wäre, dann ist Buber / Rosenzweigs "Schrift" die faszinierende Möglichkeit, eine in deutscher Sprache geleitete Führung über die Gipfel und durch Schluchten, in die Schönheiten und Geheimnisse dieser Landschaften zu unternehmen. Die Strapazen werden dem Gebirgswanderer hier nicht erspart. Eine in "moderner" Sprache verfaßte Übertragung wäre im Gegensatz hierzu ein Fingerzeig über die betreffenden Seiten im Atlas oder das Betrachten eines Filmes aus gehöriger Entfernung.
Es sei geklagt, daß die wunderschöne vierbändige Gerlinger Ausgabe zuletzt Ende 2008 von der Buchkette Weltbild bzw. Joker's Restseller im modernen Antiquariat "verramscht" wurde. Glücklich derjenige, der noch eine Ausgabe ergattern konnte. Gut, daß wenigstens die "Preisungen" als Seperatdruck von Gütersloher Verlag nochmals neu herausgegeben wurden.
Man mag nun fragen, ob es betreffs des Neuen Testamentes eine ähnlich konzipierte Arbeit gibt. Hier kann ohne Umschweife die Übersetzung von Fridolin >Stier und, was die Übertragung (nicht: Kommentierung) der Evangelien anbelangt, das Werk von Eugen >Drewermann genannt werden. Bei Stier ist leider die Kolometrie beim Druck zu kurz gekommen....
 
Martin Buber schrieb eine Vielzahl von Werken, die sich auch als Kommentar für die Schrift verstehen:
Als General- und Einleitungswerk, ein "Muß" für den engagierten Leser, sei genannt:
 
(!!) Die Schrift und ihre Verdeutschung. Berlin: Schocken Verlag 1936.
Moses. Zürich: Gregor Müller Verlag 1948
Der Glaube der Propheten. Heidelberg: Lambert Schneider Vg. ². 1978
Königtum Gottes. Berlin: Schocken Berlag 1932
Sehertum. Köln und Olten: Jakob Hegner 1955
Elija. Ein Mysterienspiel. Heidelberg: Lambert Schneider Verlag 1963
                                                                                                                                        
Diese Schriften sind, zusammen mit einigen anderen Büchern zur Bibel, zusammengefaßt in :
Buber, Martin: Werke. Zweiter Band, Schriften zur Bibel.
München / Heidelberg: Kösel Verlag / L. Schneider 1964
 
Die Schrift fand ihren Weg auch in den englischsprachigen Raum. Der amerikanische Jude Everett Fox übersetzte nach den Prinzipien und Kriterien ab 1983 die ersten Bände des Fünfbuchs sowie die beiden Samuelbücher; sie seien hier ebenfalls aufgenomen:

The Five Books of Moses. THE SCHOCKEN BIBLE: VOL. 1
Genesis, Exodus, Leviticus, Numbers, and Deueronomy
A New Translation with Introductions, Commentary, and Notes
New York, N. Y.: Schocken Books (1983 ff ) 1995
 
Give Us a King . Samuel, Saul, and David
A New Translation of Samuel I and II
With an Introduction and Notes
New York, N. Y.: Schocken Books 1999
 
 
Zu Martin Buber:
Buber wurde 1878 in Wien als Enkel des bekannten Midraschforschers Salomon Buber geboren und lebte als Kind meist bei seinem Großvater in Galizien. Das Studium der Philosophie und der Kunstgeschichte führte ihn wieder nach Wien, nach Berlin, Leipzig und Zürich. Während der Studienzeit, in der er zuerst einer aufklärerischen Schöngeisterei verfiel, begenete er sehr bald dem Zionismus (um 1897), dessen Zentralorgan „Die Welt" er ab 1901 für mehrere Jahre herausgab, und lernte außerdem den Chassidismus kennen (um 1903), der mit seiner Betonung der aktiven Mystik, der Heiligung des ganzem Menschen im Alltag, bei Buber aus dem äußeren Bekenntnis zum Judentum eine tief fundierte Überzeugung machte. Eine Frucht der Beschäftigung mit dem Zionismus war die Gründung des "Jüdischen Verlages" zusammen mit Berthold Feiwel, Chaim Weizmann und dem Jugendstilkünstler Ephraim M. Lilien. (Dieser Verlag existiert in veränderter Form noch heute innerhalb des Suhrkamp- Verlages)  Während des Ersten Weltkrieges siedelte B. von Berlin, wo er einige Jahre gelebt hatte, nach Heppenheim / Bergstraße über. Dort gab er von 1916 bis 1924 die Monatsschrift "Der Jude" heraus und verlangte eine jüdische Siedlung in Palästina, in der Juden und Araber zusammen arbeiten sollten. Im Jahr 1924 erhielt er einen Lehrauftrag für Religionswissenschaft in Frankfurt a/ M. In diesen Jahren begann er auch an der Arbeit zur Übersetzung der "Schrift" zusammen mit Franz Rosenzweig, der wohl aus seinem Bekanntenkreis den unzweifelhaft stärksten Einfluß auf ihn ausgeübt hatte. 1926 bis 1930 gab er zudem mit Joseph Wittig (katholisch) und Viktor von Weizsäcker (evang.) "Die Kreatur" heraus. Infolge dieser verschiedenen Begegnungen zeichnete sich in ihm eine allmähliche Wendung von einer idealistisch- passiven zu einer realistisch- aktiven Mystik ab, die sich in seinen philosophischen Schriften niedergeschlagen hat. Buber mußte 1938 Deutschland verlassen und ging getreu seiner Überzeugung nach Israel, wo er eine Professur an der hebräischen Universität Jerusalem innehatte.
B. war im Tiefsten seines Herzens Zionist - das unterschied ihn von Rosenzweig. Durch den jüdischen Geist im Hause seines Großvaters erwuchs in ihm aber im Lauf der Jahre der Wunsch, den Zionismus mit religiöser Innbrunst und Überzeugung zu füllen. Interessanterweise bedeutete ihm die Synagoge bzw. die Zugehörigkeit zur Synagogengemeinschaft nahezu nichts. Er hat sie denn auch nicht gepflegt. Sein Bekenntnis zum Jüdischen Gott spielte sich außerhalb deren Mauern ab und blieb zeitlebens stark esoterisch geprägt. --
Bezüglich seines Verhältnisses zu Jesus von Nazareth: Dieser blieb für ihn immer in erster Linie eine Mensch. Jesus' Jünger, vorrangig Johannes und Paulus hätten ihn aus der Rolle des verborgenen Gottesknechtes, der er Bubers Einschätzung nach durchaus war, herausgerissen und vergottet. Vor allem dieser Vergottungsprozess des Paulus ist für B. keinesfalls nachvollziehbar. Aber auch das messianische Selbstbewußtsein Jesus' hält B. für problematisch. Genuin jüdisch an Jesus ist nach B's. Verständnis sein Ruf nach Umkehr in Erwartung der Königsherrschaft  und sein Vertrauen in den führenden Gott. Buber akzeptiert indessen beide Richtungen, Judentum und Christentum, als mögliche Wege zu Gott: Keines von beiden braucht den Umweg über das andere zu machen. Buber weiß, daß nur aus echtem Verstehen eine echte Überzeugung hervorgehen kann. Ein Religionsgespräch, wenn es so geführt werde, könnte gleichzeitig Verkündigung und Bekenntnis sein. Bubers ureigenstes Anliegen blieb zeitlebens die T'schuwa (Umkehr): Der Akt der Entscheidung ist " Verwirklichung der göttlichen Freiheit und Unbedigtheit auf Erden" Diese "innere Freiheit" muß durch die Entscheidung beim Menschen überwunden werden. Diese innere Freiheit wird als ein Abgrund beschrieben. Sie ist die eigentliche Sünde. Diese Entscheidung führt dann zu dem "Wunder der Einung". Jeder Mensch kann sie nur selbst fällen, "Kein Mittler kann ihm helfen, kein Getanes seine Tat erleichtern"; nur "wenn er sich selbst reinigt und heiligt, ergießt sich der Heilige Geist über ihn." (zitiert aus: Buber: Vom Geist des Judentums)
Buber hatte übrigens während seiner Studienjahre in Zürich auch eine (katholische) Frau kennengelernt, die er später ehelichte: Paula Judith Winkler (* München 14. Juni 1877 † 11. August 1958 Venedig), die selbst schriftstellerisch tätig war unter dem Pseudonym Georg Munk. Sie war später zum Judentum konvertiert.
Bubers Werk und Erbe werden im Heppenheimer Martin- Buber- Haus erhalten und weitergegeben.
 
Literatur zum Thema:
Zu Buber und Rosenzweig und deren Schrift- Verdeutschung wurden zahllose Aufsätze und Bücher geschrieben;
exemplarisch seien folgende Werke genannt:
Kohn, Hans: Martin Buber. Sein Werk und seine Zeit. Köln: Melzer 1961
Wehr, Gerhard: Der deutsche Jude Martin Buber. München: Kindler 1977
ders.: Martin Buber mit Selbstzeugnissen und Bilddokumentationen. Reinbek: rororo Monographie rm 147. 1968
Oliver, Roy: Martin Buber. Der Wanderer und der Weg. Heidelberg: L. Schneider 1968
Licharz, Werner (Hgr): Dialog mit Martin Buber. Frankfurt a / M.: Haag + Herchen 1982
Licharz, W / Schoneveld, J. (Hgr): Neu auf die Bibel hören. Die Bibelverdeutschung von B / R - heute. Gerlingen: L. Schneider 1996
Davidowicz, Klaus S.: Gershom Scholem und Martin Buber. Die Geschichte eines Mißverständnisses. Neukirchen / Vluyn: Neukirchener 1995
Müller A. R.: Martin Bubers Verdeutschung der Schrift. St. Ottilien: EOS 1982
Koschel, A & Mehlhorn, A. (Hgr): Vergegenwärtigungen. M. B. als Lehrer und Übersetzer. Berlin: Aphorisma 2006
Stahmer, Harold: Lieber Pater Caesarius.. Ihr M. B. Ein Dialog in Briefen. Moers: Brendow 1996
_________
 
Zu Franz Rosenzweig:
...............wird erarbeitet.
 
Franz Rosenzweig schrieb ebenso, wie Martin Buber, eine Vielzahl von Werken, die sich auch als Kommentar zur Schrift verstehen;
als Hauptwerke seien genannt:
 
Der Stern der Erlösung. Frankfurt a. M.: J. Kauffmann 1921; ebenda: Suhrkamp 5.° 1996
Zweistromland. Berlin: Philo 1926; ebenda 2001
Das Büchlein vom gesunden und kranken Menschenverstand. Düsseldorf: Melzer .°1964
Jehuda Halevi. 92 Hymnen und Gedichte. Berlin: L. Schneider 1926
(Auszug daraus:) Jehuda Halevi: Zionslieder; mit der Verdeutschung und Anmerkungen von F. R., Berlin: Schocken Bücherei No.2  1933
(!!)► Die Schrift. Aufsätze Übertragungen und Briefe. Frankfurt a. M.: EVA 1963
(!!) ►Der Mensch und sein Werk. Gesammelte Schriften 4. Sprachdenken im Übersetzen.

2. Bd. Arbeitspapiere zur Verdeutschung der Schrift. Dordrecht: M. Nijhoff 1984

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

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