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►Das Evangelium Johannes deutsch
Bremen: Verlag von H. M. Hauschild 1936
[Bremen: Verlag "Kommende Kirche" 1937]
Wortstimme:
Nach dieser Rede faßten manche von den Juden Vertrauen.
Zu ihnen sprach Jesus: Es kommt jetzt darauf an, ob ihr euch wirklich
mein Wort sgen laßt. Nur dann ist für euch Platz in meiner Gefolgschaft,
und nur so werdet ihr die Wahrheit erkennen und durch die Wahrheit
zur Freiheit gelangen. Sogleich begehrten die Juden auf:
Wir sind aus Abrahams Blut und haben nie in jemandes Knechtschaft
gestanden. Wie kannst du uns sagen, daß wir erst zur Freiheit gelangen sollen?
Jesus antwortete ihnen: Trotzdem sage ich euch: Wer sich gegen Gott empört,
wird ein Knecht des Teufels. Kein Knecht aber bleibt für immer im Hause
seines Herrn. Nur der Sohn gehört in das Haus. Darum hat auch
der Sohn allein die Vollmacht, euch die wahre Freiheit zu geben.
Ich weiß wohl, daß ihr aus Abrahams Blut seid. Aber ihr sucht mich zu töten,
weil ihr mein Wort nicht gelten laßt. Ich verkündige, was ich von Gott dem Vater
empfangen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.
Kap. 8: 30- 38
Zum Buch:
Lic. Dr. Weidemann, Landesbischof und Bremischer Staatsrat schrieb undatiert anstelle eines Vorwortes folgende völkisch- markigen Sätze: >>Alle „Buchstabilisten" dürfen sich über uns ärgern; dem Wahrheit Suchenden wollen wir finden helfen: Der Deutsche des dritten Reichs muß wissen, was es um Christus ist, den der Jude ans Kreuz schlug. - Diese Übersetzung entstand in der gemeinsamen Arbeit eines Bremer Kreises.<<
Dieses kartonierte Buch in kl.- 8° bringt den Text des Johannes- Evangeliums bis zum Endes Kap. 20 in einspaltiger fetter Fraktur. (Das 21. Kapitel paßt nicht ins Konzept, da es hier u. a. um erneuerte Beziehungen zwischen Jesus und seinen jüdischen (!) Schülern geht.)
Kapitelzahlen sind vorhanden, die herkömmliche Verseinteilung ist in einer Fußnote vermerkt.
Betreffs des Bibeltextes ist zu bemerken, daß es erklärte Zielsetzung des Übersetzers war, Jesus als gäliläischen Arier aus dem Kontext des Judentums herauszulösen. Das gelingt ihm, indem er nahezu alle Bezüge zum biblischen Land und seinen Bewohnern konsequent weglöscht. Ortsnamen etwa oder Eigennamen, die nicht unbedingt zum Verständnis einer Geschichte oder eines Gleichnisses erforderlich sind, werden fortgelassen. Weiterhin werden jüdische Wochen- und Feiertage beziehungslos umbenannt und ins deutsch- christliche transponiert. Die jüdische Hochzeit in Kap. 2, die an einem "dritten Tag", also einem Dienstag, stattfindet, wird auf einen "Sonntag" verlegt. Synagoge / Bethaus sowie der Tempel werden zu "Kirche", Jesus' Jünger bzw. Schüler werden zu "Gefolgsleuten". Konsequent wird aus "Folge mir nach" "komm in meine Gefolgschaft". Die Szene mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen zu Sychar läßt der Üs beginnen: So kam er zu einer Stadt, in deren Nähe ein Brunnen war mit einer seit alters geheiligten Quelle (4: 5- 6) Die kritische Stelle in 4: 22 ist übertragen: Die Juden wissen wenigsten um den Gott, von dem allein das Heil kommt. Die Bezugname auf die hebräischen Heiligen Schriften, etwa das "wie geschrieben steht beim Propheten" ist ebenso getilgt und wird neutralisiert in "ihr lest in eurer Bibel". Szenen, die die Feindschaft zwischen Jesus und den Schriftgelehrten & Pharisäern erzählen, werden sprachlich noch verschärft. Das sind nur einige Beispiele. Zur Art der Übersetzung ist zu sagen, daß - wenn man die Anforderungen des „neuen völkischen" Christentums an das NT einmal beiseite läßt- sich der Text sehr flüssig lesen läßt und als dynamisch- äquivalent bezeichnet werden kann. Manche der seelenlosen Werke des 21. Jahrhunderts könnten sich am breitgefächerten Wortschatz des Bremer Kreises durchaus orientieren.
Weitere Übersetzungen dieses den " Deutschen Christen" (DC) nahestehenden Kreises siehe > Engelke, Hirsch, Refer.
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