►Der Hebräerbrief
Wissenschaftlich-praktische Erklärung
(samt eigener Übersetzung des Textes)
Freiburg im Breisgau: Herdersche Verlagshandlung 1918
Imprimatur: Friburgi Brisgoviae 1917

Wortstimme:
„In mannigfachen Zeiten und Formen hat einst Gott vor alters
zu den Vätern in der Person der Propheten geredet,
in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen
in der Person seines Sohnes,
welchen er zum Universalerben eingesetzt,
durch welchen er auch die Welten erschaffen hat, - des Sohnes,
welcher der Abglanz seiner Herrlichkeit
und der Abdruck seines (göttlichen) Wesens ist
und das All trägt durch sein allgewaltiges Wort,
- des Sohnes, der von sich aus Sühne für die Sünden geschaffen
und nun zur Rechten der Majestät in der Höhe sich gesetzt hat –
um soviel erhabener als die Engel geworden, als der Name,
den er geerbt hat, den der Engel übertrifft.
(1: 1-3)
Anm.:
Das Vorwort ist 1917 in Schwäbisch Gmünd vom Verfasser geschrieben. Dr. Graf war am dortigen Realgymnasium Oberpräzeptor.
Johann Evangelist > Belser, selbst Verfasser mehrerer Bibelkommentare (siehe dort) war Grafs Lehrer. Er gab auch die Anregung zu diesem Werk. Graf hat denn auch den Hebräerbrief dem Andenken seines Lehrers gewidmet.
Zum Werk:
Der Großoktav- Band steht im Regal passend neben Belsers Kommentaren. Auch dieses Werk ist lesefreundlich in Antiqua gedruckt. Im Vergleich nimmt sich Graf etwas weniger „theologisch“, auch sind griechische Vokabeln meist übersetzt. Es finden sich sogar Graphiken als Erklärungshilfen. Graf legt Wert auf eine redliche Auslegung z.B. über die Dauer des Opferdienstes Jesu und stellt biblische Aussage in vorsichtige Opposition zur römisch-katholischen Meinung. Das verwundert angesichts des Erscheinungsdatums: Das erste Vatikanische Konzil war „gerade mal“ 48 Jahre zuvor zu Ende gegangen.
|