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Dienstag, den 18. Oktober 2011 um 12:27 Uhr

 "Heemstede" Tepe, Leo "van"   (* Heemstede/ Nordholland .............1842 †  ......1928 nahe Maastricht/ Limburg)

Psallite Sapienter
Die Jubel=, Trauer= und Bußpsalmen aus Davidischer Zeit
in deutsches Reimgewand gebracht
Münster i. W.: Verlag der Aschendorffschen Verlagsbuchhandlung 1922
 
Imprimatur: ----------------
 
Wortstimme:
Der höchste Gott, der Herr des Himmels, spricht,
Den Erdkreis ruft Er auf und hält Gericht
Vom Sonnenaufgang bis zum Niedergang.
Von Sion aus in seiner Herrlichkeit
Erscheint der Herr und seiner Stimme Klang
Erschallt mit Macht.   Vor einem Angesicht
Entbrennt ein Flammenmeer.   Der Sturm entfaltet
Um seinen hohen Thron die Schwingen weit.
Des Himmels Sphären, wo Er herrscht und waltet,
Ruft mit der Erde Er auf, sein Volk zu richten.
Versammelt euch, die ihr getreu den Pflichten
Des Bundes, den Er schloß, geblieben seid,
Und eurer Opfer Gaben ihm geweiht.
Die Himmel künden ihn, der kommt zu richten
Und alles in Gerechtigkeit zu schlichten:
            „Mein Volk, vernimm, was ich dir sage,
             Volk Israels, nun höre Mich!
             Gedenke dessen alle Tage:
             Dein Gott, dein Gott und Herr bin ich!"
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Psalm 49 (50)
 
Herr, der Du unsre Zuflucht, unser Hort
Von jeher warst und bleibest immerfort,
Ehe aus dem Wasser sich die Berge hoben,
Die Erde drunten mit dem Himmel droben
Zum Weltall ward, thronst Du vor aller Zeit,
O Gott! von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Schau auf uns arme Menschenkinder nieder!
Dem Staub entnommen hast zum Staube wieder
Du uns verurteilt, du, vor dessen Aug'
Der Jahr tausend wie der flüchtige Hauch
Des Tages sind, der gestern ist entschwunden,
Wie einer Nachtwach rasch enteilte Stunden.
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Psalm 89 (90)
         
 
 
 
Zum Buch:
Preis sei in Ewigkeit dem Namen Jehovas! Amen! Amen!", so beschließt der niederländische Volksdichter römisch- katholischer Provenienz den 88. (89.) Psalm. »Varietas delectat« (Abwechselung erfreut) herrscht beim deutschen Reimgewand vor, so auch bei der Wahl der Übertragung des Tetragrammes, wie aus den gebotenen Wortstimmen ersichtlich.
Alle 150 Psalmen sind metrisch übersetzt. Im vierseitigen Vorwort, verfaßt zu Haarlem an Ostern 1922, schreibt Leo Tepe, wie durch die Lesung der Psalmen aus Dr. Jos. Franz Alliolis Übersetzung die Liebe zum Wort wuchs; die Idee der lateinischen Namensgebung seines Werkes entstammt dem klassischen fünfbändigen Werk des Theologen Dr. Maurus >Wolter »Psalllite sapienter« (psallieret weise).
Im Übrigen kann aus dem Vorwort Leo Tepes der Schmerz über den verlorenen Weltkrieg samt der Schmach des Friedensschlußes herausgehört werden; weltpolitische Entscheidungen nach jener Tragodie - heute kaum mehr nachvollziehbar - werden hier mit frommen deutsch- katholischen Gedanken beklagt. Dazu werden sogar die Eingangsverse des 136. (V) Psalms bemüht. So können auch Worte aus einem 90 Jahre alten Psalmenbuch zur Geschichts"erklärung" beitragen.....
Das hier vorliegende seltene Exemplar ist kartoniert in kl. 8° hergestellt. Der Frakturdruck ist nicht von der "hardcore"- Sorte, sondern läßt noch etwas vom Jugendstil erahnen. Leo Tepe hat zwar metrisch, abber dennoch recht nah am Text der Vulgata übertragen; das ist jedoch nirgendwo bemerkt; die Kapitel- Zählung läßt es jedenfalls vermuten. Verszählung paßt auch nicht zur Metrik.
 
 
Zur Person:
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