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Kuntz, Manfred (* Hangard / Saarland 16. Juni 1931) Pfarrer Dr. theol.
►Die Psalmen
in Strophen übersetzt. Mit einer Synopse der Lutherübersetzung und des hebräischen Textes
Stuttgart: Calwer Verlag 2009
Wortstimmen (Kuntz):
Ein Gebet von Mose, dem Mann Gottes.
Vater, du, du warst ein Unterschlupf für uns
über die Geschlechter hin.
Noch waren die Gebirge nicht geboren,
noch hatten nicht gekreißt die Erde und die Welt
da warst von Ewigkeit zu Ewigkeit schon längst du, starker Gott.
Du holst den Sterblichen zurück zum Staub
und hast gesprochen: „Kehrt zurück, ihr Erdenkinder!"—
dabei sind in deinen Augen tausend Jahre
wie der Tag von gestern, wenn er geht, und wie eine Wache in der Nacht.
(90: 1-4)
Ein Psalm Asafs.
Der Gott der Götter, der TREUE, hat geredet,
und er rief die Erde vom Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergang;
von Zion her, der Schönheit Krone, ist Gott aufgestrahlt,
unser Gott kommt her und kann nicht schweigen.
(50: 1-3)
Texte:
BHS, herausgegeben von Adrian Schenker, Stuttgart; 5. verbesserte Aufl. 1997
Luther 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung. Stuttgart: ©1999
Manfred Kuntz' in Strophen übersetzte Fassung
Zum Buch / zur Person:
"Die Psalmen als einer der gewichtigsten Bestandteile der Bibel haben ihn Zeit seines Lebens begleitet. Nun hat der Theologe Manfred Kuntz die 150 Gebete und Lieder des Alten Testaments in eine noch nicht dagewesene Form gegossen: Eine Gliederung in Strophen entsprechend seinem Verständnis von Sinnabschnitten. Damit aber nicht genug – Manfred Kuntz hat in seiner Bearbeitung der hebräischen Urtexte die Worte genauestens gewogen und entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet. Manches Überlieferte ist dabei von ihm für zu leicht befunden worden. Der Sprachästhet Kuntz hält dennoch daran fest, dass »Luthers Sprache trotz aller anderen Versuche unerreicht bleibt«.Dementsprechend ist es überhaupt nicht sein Anliegen, das Bewährte zu hinterfragen, sondern ihm neue Feinheiten abzugewinnen und punktuell neu zu interpretieren. In seinem großformatigen, schon optisch ansprechenden Werk stellt der Autor seinen Neuübersetzungen der einzelnen Texte die hebräischen Vorlagen und die Luther-Übertragungen gegenüber. Ein solcher methodischer Komfort gestattet es den Lesern, zu vergleichen ohne umständlich blättern zu müssen.
Aus der theologischen und sprachlichen Beschlagenheit des promovierten Theologen schlugen 17 Jahre lang Fachkollegen Gewinn, als Kuntz von 1974 bis 1991 das Freudenstädter Pastoralkolleg leitete. Erst eine schwere Erkrankung zwang ihn, das Amt aufzugeben.Für den 78-Jährigen sind die »Psalmen die Schule des Gebets«. Seine Vorliebe für diese variantenreichen Glaubensbekenntnisse speist sich aus mehreren Erfahrungen: So nahm er das von den Nazis diskriminierte »Judenbuch« durch seine Hinwendung zum Hebräischen in stillem Protest in Schutz. Besonders wichtig wurden ihm die Psalmen während seiner Tätigkeit als Seelsorger in Stuttgart. Die »Psalmen als ein Stück tägliches Brot« begleiteten Kuntz beim intensiven Austausch mit den Geistlichen im Rahmen der Kollegsarbeit.Das vorliegende Werk, seine erste Veröffentlichung, war zunächst nur als Hausbuch in noch bescheidener Aufmachung für den eigenen Gebrauch und als Geschenk für Familienangehörige gedacht. Sein wissenschaftlicher Kollege Werner Grimm zeigte sich jedoch so überzeugt von jener ersten Fassung, dass er dem Verlag eine Publikation schmackhaft machte und Kuntz von deren Notwendigkeit überzeugte.
Bei der Entstehung des Buches erwies sich Grimm darüber hinaus als unverzichtbarer fachlicher Begleiter. Auch Kuntz‘ Ehefrau ließ nicht nach, ihn mit der intensiven Bearbeitung der Psalmen zu ermuntern. Wenngleich sich der repräsentative Band im Regal besonders schön ausmacht: Der heute im Ruhestand in Neuweiler lebende Theologe sähe es viel lieber, wenn die Ausgaben möglichst vieler Leser deutliche Gebrauchsspuren aufweisen würden."
(Gerhard KECK im >Schwarzwälder Bote< 11. Feb. 2009)
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