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Dienstag, den 15. November 2011 um 13:16 Uhr
Storck, Wilhelm (* Genna bei Letmathe/ Sauerland 5. Juli 1829  † 16. Juli 1905 Münster i Westf.) Prof. Dr. phil. Geh. Regierungsrat
 
►Die Psalmen
   in stabreimenden Langzeilen von Wilhelm Storck
Münster i. W.: Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung 1904.
 
פ Wortstimme:
Der Herrgott, der Gott der Götter, der Höchste,
Er redet ernsthaft und ruft die Erdenwelt
Von der Sonne Aufgange bis zum Untergang der Sonne.
Aus Sion erscheint, aus dem schönen Sitze,
Der herrliche Glanz des erhabenen Gottes.
Er will nicht schwegen, herrlich erscheint er:
Ihm flammt vor den Füßen fressendes Feuer,
Und wirbelnder Wettersturm umwogt den Waltenden.
Er beruft die Himmel aus ragender Höhe
Und die Runde des Festlandes, sein Volk zu richten:
„Herholt zur Mahlstätte mir meine Heiligen,
Die betend und opfernd aschten mein Bündnis!"
Die Himmel rühmen des Herrn Gerechtigkeit;
Er wägt und richtet und gerecht ist sein Wahrspruch.
„Mein Volk, ich nahe dir, vernimm mich fügsam,
Bezeige dich aufmerkend, Israel, dem Zeugnisse:
Ich bin dein Herrgott, dein Herrgott bin ich.
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Psalm 50 (49)
 
Du zeigtest dich, Ewiger, als unsere Zuflucht,
Als Schutz und Schirm von Geschlechte zu Geschlechte.
Eh weiland die Berge wurden geboren
Und aufstieg die Erde und aller ihr Umkreis,
Da warst du von Ewigkeit zu Ewigkeit Weltherr,
O Gott alleinzig an Großheit und Allmacht!
Du wandelst Sterbliche in Staub und Verwesung,
Den Menschen gebietend mit mächtigem Bannworte:
„Ihr wurdet aus Erde, so werdet zu Erde!"
Ach, Ewiger! es dauert in deinen Augen
Ein ganzes Jahrtausend wie gestern der Tag,
Der nunmehr dahin ist und nimmermehr herkommt,
Gleich einer Nachtwache, enteilend im Nu.
_________________________________________
Psalm 90 (89)

 

 
Zum Buch:
Ein gut zweiseitiges Vorwort schrieb der Germanist Dr. phil. Wilhelm Storck zu Münster i. W. am 31. Oktober 1903. Darin weist er auf die mannigfaltigen Versuche, den aus der hebräischen Sprache erwachsenen Psalter in eine deutsche Verskunst hinein nachzubilden, hin. Bis dieses herausfordernde Unterfangen ein befriedigendes Ende gefunden habe und textlich irgendwann einmal erschlossen sein würde, propagiert er seine stabreimende Langzeile als deutlichste und eindringlichste künstlerische Form.
Das 258- seitige Buch ist in Kleinoktav hergestellt und in Fraktur gedruckt. Außer dem Vorwort gibt es keine Beigaben zum vollständig übersetzten Psalter. Auf eine Verseinteilung hat der römische Katholik verzichtet. Die Psalmen sind nach dem Hebräischen nummeriert, die Zählung der Vulgata ist in Klammern beigegeben. Ob Wilhelm Stork die Vulgata oder das Hebräische als Textgrundlage benutzt hat, kann auch ein Vergleich nicht genau klären; diese Art der Übertragung soll wohl auch keine Arbeit im wissenschaftlichen Sinne sein.
 
¶ Lieder und Sprüche der Heiligen Schrift
 in stabreimenden Langzeilen
Münster i. W.: Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung 1905
 
 
¶ Das Buch Hiob
 in stabreimenden Langzeilen
Münster i. W.: Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung 1906
 
Zur Person:
...findet man bei Wikipedia die wesentlichsten Daten. Weiterhin ist eine interessante Vita erschienen bei
www.sauerlaender-heimatbund .de/De_Suerlaender_Heimatkalender_1968.pdf
 

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