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Die so genannte »Berliner Bibel« war die neunte vollständige jüdische Ausgabe der Heiligen Schrift.
Ihr Erscheinen im Jahr 1937 ist deshalb so bedeutsam, weil sie gleichzeitig die letzte Bibel war, die in deutscher Sprache vor dem endgültigen Untergang des aschkenasischen Judentums erschienen war. (Die Ausgabe von M. Buber & F. Rosenzweig konnte 1938 nicht mehr vollendet werden, da das Unternehmen wegen die Auswanderung Bubers ins Stocken gekommen war) Ob diese Heilige Schrift innerhalb ihrer Leserschaft ein Erfolg geworden wäre, läßt sich nicht sagen, denn diese Menschen sind entweder umgekommen oder in nicht- deutschsprachige Länder ausgewandert. Die unter Torczyners hebräischem Namen in Israel herausgekommene Neuausgabe erlebte auch nur eine Auflage. Erst 35 Jahre später hat der evangelikal ausgerichtete Hänssler- Verlag für eine Renaissance gesorgt: Allerdings für ein in der Hauptsache nichtjüdisches Publikum.
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„Wer die Schönheiten und Rätsel von Buber- Rosenzweig wirklich kennt, greift auch zu „Torczyner". Es ist mit der größte Gewinn unserer Zeit, daß uns so ungewöhnlich gute Übersetzungen von jüdischer Seite geboten werden." (Aus einer Rezension in "Der Morgen" von Ludwig Feuchtwanger, Juni 1937)
 „ N. H. Torczyner" auf einem hebräischen Buchtitel
►Das Buch Hiob
Eine kritische Analyse des überlieferten Hiobtextes
Wien und Berlin: R. Löwit Verlag 1920
Wortstimme:
"Kannst Gottes Grenzen du erreichen, zu Schaddais Schranken du gelangen?
In Himmelshöhn — was schaffst du, und tiefer als Scheol —
was weißt du? Miß weiter als die Erde und tiefer als das Meer! [.....]
Wenn er vorüberzieht und ausliefert und versammelt,
wer hält ihn zurück? ..und verschont nicht, läßt nicht ungestraft.
Denn der Mensch z e u g t das U n r e c h t,
und der Mann läßt reifen die Frucht der Sünde."
(11: 7 - 12; fragmentarisch; Text nicht vollständig übertragen)
Zur Studie:
Ein achtseitiges Vorwort schrieb Harry Torczyner zu Berlin, im Februar 1920. Die Forschungsergebnisse, die hier vorgetragen sind, stammen aus Torczyners Vorlesungen an der Wiener Fakultät in den zehner Jahren. Dieses Werk in gr. 8°- Format und wunderschöner Antiqua ist keine Übersetzung traditioneller Art, sondern eine sprachliche Studie: Der Text des Buches Hiob wird analysiert. Hebräischkenntnisse sind von Vorteil, denn solche Begriffe sind nicht in allen Fällen übersetzt. Bei der Rekonstruktion der schwierigen Textstellen kommt der Autor zur Überzeugung, daß die griechische LXX hier nicht wirklich unterstützend zu Hilfe kommt (versus Gustav Bickell); also verdient die Masorah als Textvorlage den Vorzug. T. diskutiert und vergleicht die gängigen Üs derer von z. B. Gesenius - Buhl, Merx, Siegfried und Duhm und stellt sie auf den Prüfstand seiner Erkenntnisse: Daraus etwa noch ein Beispiel: Für die viel zitierten und besungenen Vv 25 f aus Kap. 19 schlägt unser Fachmann folgende Üs vor:
"Und ich erkenne l e b e n d meinen Erlöser und aus meinem Fleisch schau ich Gott.
Den i c h selbst mir sehe, und meine Augen schauen und kein Fremder." oder alternativ:
"Ich selbst erschaue meinen Löser lebend, aus meinem Fleische seh' ich Gott.
Den selber ich mir schaue, mein Aug erblickt und nicht ein Andrer."
Sehr ähnlich ist dieser Text übrigens in der Berliner Bibel wiedergegeben, worin Torczyner für dieses Buch verantwortlich zeichnet.
In den eher seltenen Fußnoten werden die Vorkommen Hiob- typische Begriffe, etwa El Schaddai, durch das gesamte Testament verfolgt und erklärt.
Zu bedauern ist, daß der Bibeltext nicht vollständig vorhanden ist. Ebenfalls fällt auf, daß eine - sonst für ein wissenschaftliches Werk wie dieses übliche - Bibliographie hier fehlt.
Torczyner, der in den dreißiger Jahren nach Eretz Israel ausgewandert war, schrieb dort 1957 einen fast 600 Seiten umfassenden Hiob- Kommentar. Er basierte auf den Vorarbeiten der deutschen Ausgabe. Dieser kommt hier ebenfalls kurz zu Wort:
►The Book of Job
A New Commentary by N. H. Tur - Sinai ( H. Torczyner)
Jerusalem / Israel: Kiryath Sefer (1957) Revised Edition 1967
(hebrew / english)
Wortstimmen:
"Canst thou find out, by searching, God?
Canst thou reach out to Shaddai's end?
In heaven's height, what canst thou do?
And deeper than Sheol — what canst thou know?
(What is) longer than the earth in measure,
and wider than the sea?
.....................................
If it is past, he shutteth it up,
maketh (man) forget it, and who bringeth it back?
But he, he knoweth the man of falsehood;
he seeth wickednes, observeth nothingness."
(Zophar in XI: 7 - 11)
"Oh that, therefore, my words were written?
That they were inscribed in a script?
On a plaque of iron and lead,
forever graven in the rock?
Yet I, I want to know my redeemer while alive —
but he who cometh later will stand at my dust.
After my body let them break it up!
Out of my flesh I want to see (my) God,
whom I shall see for myself,
mine eyes shall behold and not another."
(XIX: 22 - 27)
►Die Heilige Schrift ("Berliner Bibel")
neu ins Deutsche übertragen (in vier Bänden)
Auf Veranlassung der Jüdischen Gemeinde Berlin
herausgegeben von Harry Torczyner
unter Mitarbeit von
Elias Auerbach (* Ritschenwalde / Posen 28. Jul. 1882 Juli 1971 Haifa / Israel) Dr. med.
"Emil Bernhard" Mosche Ben Dov Cohn (* Berlin 18. Feb. 1881 28. Feb.1948 Los Angeles,CA, USA.)
Rabbiner
Max Dienemann (* Krotoschin / Posen 27. September 1875 10. April 1939 in Tel Aviv / Israel)
Rabbiner Dr. phil.
Julius Galliner (Zinten / Ostpreußen 3. Feb.1872 7. Sep. 1949 New York, N. Y. / USA) Rabbiner Dr. phil.
Sally Schemaja ben Michael Gans (*Wreschen/ Posen 25. April 1878 1944 Auschwitz/ Kleinpolen. [nach anderen Angaben oder Namensgleichheit: Sally Samuel Gans *Borken/ Westfalen 11. Jan oder 1. Nov. 1887 10. Mär. 1950 New York, N. Y])
Benno Jacob (* Frankenstein / Niederschlesien 7. Sept. 1862 24. Jan.1945 London, England) Rabbiner
Emil Nathan Levy (*Dambach / Elsaß .......1879 16. Aug. 1953 Tel Aviv / Israel) Rabbiner Dr.
Ludwig >Levy (*.....................1881 .............1946 ............ / Frankreich) Rabbiner Dr.
Seligmann Pick s. A. (* Polnisch Krone a.d. Brahe 19. Juli 1863 16. Feb. 1928 Berlin- Pankow) Rabbiner Dr. phil.
Georg Salzberger (* Culm a. d. Weichel / Westpreußen 23. Dez. 1882 19. Dez. 1975 London, England) Rabbiner Dr.
Hermann Schreiber (* Schrimm / Posen 21. August 1882 27. Sept. 1954 Berlin) Rabbiner Dr. phil.
Cäsar Seligmann (*Landau / Pfalz 14. Dez. 1860 3. Juni 1950 London, England) Dr. phil. Rabbiner
Max Wiener (* Oppeln / Oberschlesien 22. April 1882 30. Juni 1950 New York, N. Y. / USA) Rabbiner Dr.
Die Mitarbeiter der "Berliner Bibel" zeichneten im Einzelnen für folgende Bücher verantwortlich:
Elias Auerbach: Jehoschua, Jona, Haggai, Ester, Danijel, Esra, Hehemja, Dibre-ha- Jamim
Emil Bernhard Cohn: Tehillim
Max Dienemann: Amos
Julius Galliner: Schemuel
Sally Gans: Schofetim
Benno Jacob: Melachim
Emil Levy: Mischle
Ludwig Levy: Mal'achi, Kohelet
Seligmann Pick: Joël
Georg Salzberger: Schir- ha- Schirim
Hermann Schreiber: Die Tora
Cäsar Seligmann: Echa, Rut
Harry Torczyner: Jirmejahu, Hoschea, Obadja, Micha, Nahum, Habakkuk, Zefania, Secharja, Ijob
Max Wiener: Jescha'jahu, Jeheskel
►Erster Band : TORA / FÜNFBUCH
Frankfurt am Main: J. Kauffmann Verlag 1934
Sonderausgabe hergestellt für die Jüdische Buch-Vereinigung
Wortstimme:
"Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.
Die Erde aber war bloß und bar, und Dunkel lag über dem Grund,
und Gottes Windhauch wehte über die Wasser.
Da sprach Gott: „Es werde hell!", und es ward hell.
Und Gott sah die Helle, daß sie gut war.
Da schied Gott zwischen der Helle und dem Dunkel.
Und Gott nannte das Helle Tag, das Dunkel aber nannte er Nacht.
Und es ward Abend und ward Morgen — ein Tag."
(H.Schreiber: Bereschit — Anfänge I: 1-5)
►Zweiter Band: NEBIIM RISCHONIM / VOLKSGESCHICHTE
wie oben: 1935
Wortstimme:
"Und er sprach:„Geh hinaus und stell dich auf den Berg vor den Ewigen hin."
Und sieh, der Ewige zog vorüber, ein Sturm, gewaltig und stark,
Berge reißend und Felsen trümmernd vor dem Ewigen —
nicht im Sturm war der Ewige; und nach dem Sturm ein Zucken —
nicht im Zucken war der Ewige. * Und nach dem Zucken war der Ewige —
nicht im Feuer war der Ewige, und nach dem Feuer ein leis verklingender Hall.
Es war aber, als Elijau das hörte, da verhüllte er sein Angesicht mit seinem Mantel,
trat hervor, und stellt sich an den Eingang der Höhle.
Und sieh, eine Stimme drang zu ihm, die sprach: „Was hast du hier, Elijah?"
Und er sprach: „Geeifert hab ich für den Ewigen, den Gott der Scharen;
denn verlassen haben die Kinder Jisraël deinen Bund."
(B. Jacob: Könige I, 19: 11 - 14)
Dritter Band: NEBIIM AHARONIM / DIE GOTTBEGEISTETEN
wie oben: 1936
Wortstimme:
"Der sagt: ‚Des Ewgen bin ich,‛
Und der nennt sich mit Jaakobs Namen,
Und jener zeichnet seine Hand: ‚Des Ewgen‛
Und heißt sich mit dem Namen Jisraëls.
So spricht der Ewge, König Jisraëls
Und sein Erlöser, er, der Ewige der Scharen:
Ich bin der Erste, ich der Letze,
Und außer mir gibts keinen Gott.
Wer ist wie ich? Der rufe
Und künde es und lege es vor mir dar;
Seit ich der Urzeit Volk gegründet,
Und künftiges und was da kommen wird,
Laßt sie es ihnen künden!"
(M. Wiener: Jesch. 44: 5 - 7)
Vierter Band: KETUBIM / SCHRIFTTUM
wie oben: 1937
Wortstimme:
"Gebet von Mosche, dem Gottesmann.
„Herr, Heimstatt bist du,
Bists uns gewesen für und für.
Eh die Gebirge noch geboren,
Gekreißt die Erde mit dem Festland,
Und von der Ewigkeit zur Ewigkeit bist
Du Gott.
Du führst den Menschen bis zum Staub zurück,
Dann sprichst du:
‚Kehrt um, ihr Menschenkinder!‛
Denn tausend Jahre sind in deinen Augen
Wie Gesterns Tag, wenn er vorbei,
Wachtweile in der Nacht.""
(E. Bernhard- Cohn: Preislied 90: 1- 4)
►Die Heilige Schrift ("Berliner Bibel")
neu ins Deutsche übertragen
(Einband / Dünndruck - Ausgabe) „durchgesehen und in Einzelheiten verbessert"
Frankfurt am Main: J. Kauffmann Verlag 1937. 1. - 10. Tausend
Auf Veranlassung der Jüdischen Gemeinde Berlin
herausgegeben von Harry Torczyner unter Mitarbeit von
Elias Auerbach, Emil Bernhard Cohn, Max Dienemann, Julius Galliner, Sally Gans, Benno Jacob, Emil Levy, Ludwig Levy, Seligmann Pick s. A., Georg Salzberger, Hermann Schreiber, Cäsar Seligmann, Max Wiener
Wortstimme:
"Was bleibt dem Schaffenden bei dem, womit er sich müht?
* Ich sah das Geschäft, das Gott dem Menschen gegeben hat,
sich damit zu befassen. * Alles hat er gemacht: Passend zu seiner Zeit.
Auch das Ewige hat er in ihren Kern gelegt — nur daß der Mensch das Werk,
das Gott gewirkt, nicht finden kann — von Anbeginn bis zuende. *
Ich erkannte, daß es dabei kein Glück gibt, als ich zu freuen
und sichs wohl sein zu lassen in seinem Leben. *
Aber auch, daß jeglicher Mensch ißt und trinkt und Glück genießt
an all seiner Mühe, das ist Gottes Gabe.
Ich erkannt, daß alles, was Gott tut, für ewig besteht, dazu ist nichts hinzuzufügen
und davon nichts zu nehmen, und Gott hat es so eingerichtet,
daß man sich vor ihm fürchte."
(L. Levy: Kohelet 3: 9 - 14)
Zu den Übersetzern:
Dr. phil. Harry Torczyner, gebürtig aus Galizien, war ein bedeutender deutschsprachiger israelischer Philologe und Bibelausleger.
Mit sechs Jahren kam er nach Wien, ging dort zur Schule, studierte von 1905 bis 1909 Philologie und schloss sein Studium mit der Promotion ab. Gleichzeitig besuchte Torczyner die Israelisch-Theologische Lehranstalt des Rabbinats in Wien. Nach einem kurzen Studienaufenthalt in Berlin wurde er Lehrer am neu gegründeten hebräischen Gymnasium in Jerusalem (1910 bis 1912), Privatdozent für semitische Sprachen an der Wiener Universität (1912 bis 1919) und Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin (1919 bis 1933). In dieser Zeit entstand die erste Auflage seiner Übersetzung der Hebräischen Bibel. Ab 1933 wirkte Tur-Sinai an der Hebräischen Universität Jerusalem. Als Professor für Hebräisch galt er nach Gründung des Staates Israel 1948 als einer der besten Kenner der hebräischen Sprache in Israel.
Emil Bernhard Cohn:
Grabstein des Rav Mosche ben Dov HaCohen auf dem "Beth HaOlam" in Los Angeles
Darauf der hebräische Schrifttext aus dem Buch des Künders Jescha'jahu (Zwei: 3), das Max Wiener für die "Berliner Bibel" folgendermaßen übersetzte:
"Denn von Zijon geht Weisung aus, Und von Jeruschalaim Wort des Ewigen".
Ebenfalls in diesem Grab ist Rav Cohns Frau Grete beigesetzt; ihr hebräischer Name lautet Zippora bath R' Eliakim.
Die segnenden Hände bezeichnen in jedem Fall und ausschließlich einen Nachkommen des aaronitischen Priestergeschlechts, einen "Cohen". Die Hände segnen mit den Buchstaben "Schin", die für den Begriff "(El) Schaddai" stehen.
Der aus Berlin gebürtige Rabbiner, Zionist, Schriftsteller und Bühnenautor Emil Bernhard Cohn (Pseudonym Emil Bernhard) schrieb zahlreiche Theaterstücke und Romane über das Judentum. Er war von 1906 bis 1908 Prediger in Berlin, verlor dort aber wegen zionistischer Äußerungen sein Amt. Von 1908 bis 1912 war er dann Rabbiner in Kiel und von 1912 bis 1925 Rabbiner in Essen. Erst 1925 kehrte er wieder nach Berlin zurück und war von 1925 bis 1936 Rabbiner der jüdischen Gemeinde Berlin-Grunewald. 1936 wurde er von den Nazis verhaftet, konnte aber auf dem Weg (Freigang) zur Bar-Mitzwa seines Sohnes Bernhard in die Niederlande entfliehen. Von dort aus gelang es ihm zusammen mit seiner Frau 1939 in die USA auszureisen.
Dort verbrachte er das erste Jahr in New York. Von 1940 bis 1946 lebte er dann in Californien und war Prediger in der Peninsular Synagoge in der Nähe von San Fransisco. Er war auch Berater der jüdischen Studenten an der Stanford University und ziviler Kaplan am Dipple General Hospital in der Nähe von Menlo Park. Von dort zog er 1946 nach Los Angeles und fand eine Rabbiner-Anstellung in dem Vorort Glendale. 1948 wurde er Bibliothekar am Jewish Community Council of Los Angeles. Beim Überqueren der Straße zu seiner Arbeitsstelle wurde der 67jährige von einem Auto erfaßt und tödlich verletzt.
Eine von seiner Enkelin Deborah Horner im Jahr 2009 herausgegebene Biographie, in Englisch bei Hentrich & Hentrich, Berlin erschienen, schweigt sich allerdings über die Psalmenübersetzung aus. (Birnbaum forscht dazu weiter...)
Emil Nathan Levy:
Emil Levy stammt aus einer rabbinischen Familie im Elsass. Sein Vater, Marcus Levy aus Haguenau, war Rabbi in Haguenau und Wissembourg. Emil Levy studierte am orthodoxen Rabbinerseminar des Rabbi Esriel Hildesheimer in Berlin. Dort erhielt er 1905 den Dr. der Philosophie. Ab 1905 Rabbiner im mährischen Brünn. Von 1914-1934 amtierte er in Berlin-Charlottenburg. In dieser Zeit war er auch Religionslehrer an mehreren Schulen in Berlin. Im 1. Weltkrieg war er 2 Jahre (1914-1916) Feldrabbiner in der 2. deutschen Armee. Von 1916-1919 war er dann Oberrabbiner im Departement Bas-Rhin in Straßburg. Nach dem Waffenstillstand kehrte er 1919 nach Deutschland zurück und war wieder bis 1934 als Rabbiner in Berlin tätig. 1934 emigrierte er nach Palästina wo er dann bis 1952 Rabbiner in Tel Aviv war.
Seligmann Pick:
Rabbiner Pick war zum Zeitpunkt der Drucklegung der ersten Auflage bereits verstorben. Er stammte aus Polnisch Krone (Crone) an der Brahe und war der Sohn des Jacob Pick, Rabbi in Kreuzberg, Crone a. Br., Bojanowo and Obornik. Über ihn ist z. Zt. nur sehr wenig bekannt:
1888 wurde seine an der Leipziger "hohen philosophische Facultät" eingereichte doctorale Dissertation
►"Das dritte Capitel der Klagelieder in seinem sprachlichen Verhältniss zu den Weissagungen Jeremias" veröffentlicht.
Im BB befinden sich diese beiden Bücher, darunter eine Streitschrift:
►Die auf Jesus gedeuteten Stellen des Alten Testaments; Quellenstudien.
Dieses 84 Seiten starke Buch war 1923 in Frankfurt am Main bei J. Kauffmann erschienen.
Caesar Seligmann:
war von 1903-1932 Rabbiner der Israelitischen Gemeinde und gehörte zu den führenden Vertretern der jüdischen Reformbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seligmann wurde im Jahr 1860 in Landau in der Pfalz in eine alte Rabbinerfamilie geboren. Am JüdischTheologischen Seminar in Breslau wurde er zum Rabbiner ordiniert, in Halle promovierte er. Nachdem er von 1889 - 1902 als Prediger einer liberalen Synagoge, des "Tempels", in Hamburg tätig war, wurde er 1903 nach Frankfurt berufen. Hier sollte er die inzwischen geschwächte jüdische Reformbewegung neu beleben. Während seiner Frankfurter Zeit wurde Seligmann zum Führer der religiösliberalen Strömung in Deutschland. Zuerst schuf er ein neues liberales Gebetbuch für die Frankfurter Gemeinde, danach ein Einheitsgebetbuch für die liberalen deutschjüdischen Gemeinden. Er gründete die Zeitschrift "Liberales Judentum" und war maßgeblich an der Vereinigung der Liberalen in Deutschland beteiligt. Im Jahre 1912 verfaßte er die "Richtlinien", welche die theoretischen Grundlagenund das Programm eines neuen Judentums im Geiste des religiösen Liberalismus bilden sollten. Diese Richtlinien lösten heftige Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinde aus und konnten nicht in den religiösen Alltag umgesetzt werden. Im Jahre 1932 trat er in den Ruhestand. 1939 gelang es ihm, nach England zu emigrieren. In London wurde er Mitbegründer einer liberalen Frankfurter Emigrantengemeinde. Dort starb er 1950. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen Aufsätze, Predigten und Vorträge, die Bearbeitung der PessachHaggada sowie sein Hauptwerk, die 1922 gedruckte "Geschichte der jüdischen Reformbewegung". (Quelle: http://www.judengasse.de)
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Unter seinem hebräischen Namen Naftali Herz Tur- Sinai wurde die H.S. in den 50er Jahren in Israel neu bearbeitet und herausgegeben.
Der Hänssler- Verlag druckte sie 35 Jahre später ohne die Masorah unverändert nach:
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►Die Heilige Schrift מקרא ותרגומו
תורה נביאים וכתובים
Neu ins Deutsche übertragen von Naftali Herz Tur - Sinai (H. Torcyner)
עם תרגום לגרמנית מאת נפתלי הרץ טור‾ סיני
Erster Band: TORA / FÜNFBUCH
mit dem hebräischen Text nach M. H. Letteris *
Jerusalem (Israel): © 1954 by Hozaah Ivrith / The Jewish Publishing House
ירישלים: הוצאה עברית בע "מ
Wortstimme:
"Ist keiner, gleich Jeschurun, Gott,
Der hin am Himmel fährt, ist dir zur Hilfe,
Einher in Höhen in Erhabenheit.
Der Zuflucht vor der Vorzeit Göttern war,
Die unten nun, der Urzeit Arme;
Er hat den Feind vor dir vertrieben
Und sprach: ‚Vernchte!‛
So wohnt denn sicher Jisraël,
Selbstsicher Jaakobs Quell,
In einem Land von Korn und Most,
Auch seine Himmel träufeln Tau.
Heil dir, o Jisraël, wer ist dir gleich?
Du Volk, dem Hilfe ward vom Ewigen!
Er, deines Schutzes Schild,
Der deines Stolzes Schwert!"
(Debarim - Rückschau 33: 26 - 29a)
►Zweiter Band: NEBIIM RISCHONIM / VOLKSGESCHICHTE
Wie oben: o. J. (1955)
Wortstimme:
►Dritter Band: NEBIIM AHARONIM / DIE GOTTBEGEISTETEN
wie oben: o. J. (1957)
Wortstimme:
►Vierter Band: KETUBIM / SCHRIFTTUM
wie oben: o. J. (1958)
Wortstimme:
mit einer Beilage zum Schlußband (Band IV):
►Die Heilige Schrift im hebräischen Urtext und in Übertragung
wie oben: o. J. (1958)
Ein Nachwort des Herausgebers ist datiert 10*. März 1959 / 10. Adar II 5719
* Das Datum 10. ist ein Druckfehler; es muß heißen: 20. (d. Vf.)
( Meir Max haLevi Letteris ( * Zolkiew, Galizien 13. Sept. 1800  19. Mai 1871 Wien/ Austria)
¶ Die Heilige Schrift
Neu ins Deutsche übertragen von Naftali Herz Tur - Sinai
(Einband- Ausgabe, deutsch)
Stuttgart: Hänssler Verlag 1993; weitere Auflagen |