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Montag, den 01. Dezember 2008 um 11:19 Uhr
Zenner, Johannes Konrad   (* Grügelborn / Saarland 3. Sept. 1852 15. Jul. 1905 Valkenburg / Limburg)       Pater Prof. S. I.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Symbol der Jesuiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Psalmen
nach dem Urtext
Ergänzt und herausgegeben von
Hermann >
Wiesmann S. I.
Erster Teil. Übersetzung und Erklärung

Münster i.W.: Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung  1906

Imprimaturen: Monasterii 1906 / Exaten 1906 (1911 indiziert, siehe unten)

Wortstimme:
"Adonai, der du warst von Geschlecht zu Geschlecht [ ]¹)
               und von Ewigkeit zu Ewigkeit,
Ehe die Berge geschaffen wurden
               und die Welt und der Erdkreis ins Dasein traten:
Stoß die Menschen nicht in den Staub zurück
               und sprich nicht: »Kehret zurück, ihr Menschenkinder!«
Denn während tausend Jahre vor dir sind wie ein [ ]²) Tag,
               vorübergehen (wie) eine Wache in der Nacht.."
___________________________________________________
              ¹) uns ein Obdach.   ²) gestriger.
           (Ps. 90: 1-4)
 
Aus der Tiefe rufe ich zu dir, Jahve Adonai,
    höre auf meine Stimme!
Laß doch dein Ohr lauschen
    auf mein lautes Flehen!
Wolltest du auf Sünden achten, Jahve Adonai,
    wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung, und wegen deines Gesetzes
    harre ich auf (dich), o Jahve.
Es harrte meine Seele [ ] ¹) auf sein Wort,
   ich hoffe auf Adonai.
Mehr als Wächter auf den Morgen [ ] ²) harre
    Israel auf Jahve;
Denn bei Jahve ist Gnade und Erbarmen,
    bei ihm ist Erlösung,
Und er wird erlösen Israel
    von allen seinen Sünden.
_____________________________________________
¹) und  ²) Wächter auf den Morgen.
(Ps 130 / LXX 129) De profundis.
 
 
 

Die Psalmen
nach dem Urtext
Ergänzt und herausgegeben von
Hermann >
Wiesmann S. I.
Zweiter Teil. Sprachlicher Kommentar

Münster i.W.: Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung  1907

Imprimaturen: Monasterii 1907 / Exaten 1906
 
Zum ersten Band:
Zum Großoktavband schrieb P. Wiesmann ein zweiseitiges Vorwort, datiert 3. Mai 1906 zu Valkenburg (Holl.- Limburg), also aus dem jesuitischen Ignatiuskolleg.Darin beschreibt er zunächst den Werdegang des Werkes, dessen Fertigstellung der todkranke P. Zenner nicht mehr erlebte. Zenner hatte die Übersetzung der Pss zum größten Teils bereits fertiggestellt, aber die kritischen Arbeiten sowie der erklärende Kommentar waren von Wiesmann noch zu bewältigen. Er schreibt dazu: "Die vorliegende Psalmenübersetzung hat vor allem den Zweck, das Verständnid und den ästhetischen Genuß des Literalsinnes zu vemitteln.... In sinnlosen, verderbten Lesarten tiefe Gedanken zu wittern, zeugt von wenig Ehrfurcht vor den heiligen Sängern. Die Textkritik ist daher auch in diesem Werk in umfangreichem Maß verwendet worden... Da eine gute Übersetzung die beste Erklärung ist, wurde aud sie eine große Sorgfalt verwendet.... Der Überstzung liegt ein strophisches System zugrunde, das Aufbau und Gedankengang angenehm hervortreten läßt. Die Anordnung der Gedichte erfolgt nach der äußeren Form." 26 Seiten verwendet Wiesmann auf die Einleitung, in der alle Aspekte dieser literarischen Gattung beleuchet werden (»Das Psalmenbuch als Ganzes«). Nirgendwo jedoch ist gesagt, daß die Üs hauptsächlich aus der Hebraica gefertigt ist; auch die Zählung geht so. Das Tetragramm wird mit »Jahve» wiedergegeben. Auffallend ist der sehr reichlich vorhandene Verweis- und Parallelstellen- Apparat  innerhalb der sprachlichen Erläuterungen. Griechische und hebräische Begriffe sind auch so geschrieben, aber übersetzt. Auch seitenlange Exkurse sind vorhanden, z. B. zum Ps. 51 »Miserere«. Wie im Vorwort angedroht, muß man einen bestimmten Psalm im Inhaltsverzeichnis erst ausfindig machen, da nach der äußeren Form geordnet ist. Wie aus der WS ersichtlich, sind gewisse Begriffe nicht übersetzt, z. B. »Adonai«, oder »Alleluja«. -- Da dieses Buch als "Erster Teil" deklariert ist, gab es natürlich auch einen Folgeband: Sprachlicher Kommentar (Münster 1907).   Bemerkenswert ist folgendes: Im INDEX LIBRORVM PROHIBITORVM -- 1948 ist auch Zenner / Wiesmanns Psalmenübersetzung aufgeführt. Als Datum der Indizierung ist 1911 angegeben! Vermutlich ist sie dem ersten der drei Modernismusdekrete "Providentissimus Deus" von Papst Leo XIII. a. D. 1893 zum Opfer gefallen.
 
Zum zweiten Band:
P. Hermann Wiesmann schrieb das Vorwort in Beirut (Syrien) am 15. April 1907 und bemerkt eingangs, daß dem Psalmenbuch der massoretische Grundtext von S. Baer (1880) zugrunde gelegt ist. (...........)
 
Zur Person des P. Zenner:
J.K. Zenner, im nördlichen Saarland geboren, war der Sohn des Lehrers Nikolaus Zenner. Er besuchte das Progymnasium St. Wendel und das Gymnasium zu Trier / Mosel und widmete sich dann dem Studium der Theologie im dortigen Priesterseminar und an der Unversität Bonn. Am 3. Nov. 1874 trat er in die Gesellschaft Jesu ein und lebte seitdem in Holland, Österreich und England mit literarischen, philosophischen und theologischen Studien beschäftigt. Am 28. Aug. 1887 empfing er die Priesterweihe. Nach Vollendung seiner wissenschaftlichen Ausbildung erhielt er die Professur der alttestamentlichen Exegese und der semitischen Sprachen an den theologischen Lehranstalten seines Ordens zu Ditton Hall (England) und zu Valkenburg (Holland). In dieser Stellung wirkte er durch sein geistvolles Wesen und sein umfassendes Wissen sehr anregend auf seine Zuhörer. Er starb nach längerem Leiden 1905 im Ignatiuskolleg zu Valkenburg. (aus dem Vorwort).
Unter seinen Schülern war auch ein anderer Jesuit, der Alttestamentliches (Psalmen, Michäas etc) übersetzte: P. Albert >Rembold. Siehe dort.
 

Zur Person des P. H.>Wiesmann siehe dort

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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